Theater und der Dilettanten-Verein in historischer Glasmachertracht

Der alte Brauch des Emmaus-Gehens

Ressorts: Bayern, Hintergrund, Kultur, Heimat und Brauchtum, Tourismus

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Freitag, 17 Februar 2012 13:23

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Von Marita Haller. Seit zwölf Jahren organisiert nun schon der Verein zur Erhaltung der Glasmacherkapelle Theresienthal jeweils am Ostermontag einen Emmaus-Gang in die erwachende Natur, im Zeichen des Glases. Jedes Jahr beteiligten sich an diesem schönen alten Brauch mehrere hundert Gläubige. Sowohl im Alten Testament, als auch im Neuen Testament hat die Zahl 12 eine besondere Bedeutung. Da der 12. Emmaus-Gang zudem in das Jahr 2012 fällt, möchten die Organisatoren diesen alten Brauch in diesem Jahr mit Eberhard Kreuzers kleinem Thea-terstück rund um den Brauch des Emmaus-Gehens sowie mit Beteiligung des Zwieseler Dilettanten-Vereins in historischer Glasmachertracht besonders feierlich gestalten.

 

Schon vor über 100 Jahren gingen die Theresienthaler Glasmacher nach altem Brauch am Ostermontag Emmaus. Ihr Ziel war jedoch nicht eine Kapelle, sondern ein Wirtshaus für einen fröhlichen Umtrunk. Im Laufe der Zeit ging dieser alte Brauch verloren. Als im Jahr 2001 die Glashütte Theresienthal, die den Einheimischen seit langer Zeit Brot und Lohn gab, vor dem Konkurs stand, führte der Verein zur Erhaltung der Glasmacherkapelle Theresienthal diesen Brauch erneut ein, krönten ihn jedoch zum Bittgang für den Erhalt des Glasmacherberufes.

Alle, die diesen schönen alten Brauch miterleben möchten, treffen sich am Ostermontag, 9. April, um 13.45 Uhr im Glaspark Theresienthal, auf dem Parkplatz gleich neben dem Museumsschlösschen. Ab diesem Zeitpunkt werden auch originelle österliche Brauchtumsobjekte aus Glas angeboten, die bei dem Bittgang mitgetragen werden. Der Reinerlös wird für einen guten Zweck gespendet.

Um 14 Uhr beginnt die kleine Theatereinlage des Dilettantenvereins, die den einstigen Gang der Jünger in den Ort Emmaus nachstellt. Um 14.15 Uhr wird dann mit Musik zur legendären Theresienthaler Glasmacherkapelle im Rotkot-Wald gezogen. Die Strecke ist nicht weit und auch einfach zu gehen. Auf dem Weg zur Kapelle wird Stadtpfarrer Martin Prellinger an drei Stationen an den Sinn dieses Brauches und des Osterfestes erinnern. An der Kapelle wird eine kurze Andacht gehalten und die mitgetragenen Glasobjekte gesegnet.

Etwa um 15.30 Uhr wird im nahe gelegenen Haus der Naturfreunde oder im Café Gloria zum geselligen Kaffeetrinken eingekehrt. Herzlich eingeladen ist jeder, der diesen schönen alten Brauch miterleben möchte.