Das Berufsschulzentrum Wiesau und die Westböhmische Universität warben in Pilsen gemeinsam um künftige Fachkräfte

Fachkräftesicherung einmal anders

Ressorts: Oberpfalz, Unternehmen und Märkte, Tschechien, Ausbildung und Arbeitswelt, Gesellschaft, Region, Wirtschaft

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Dienstag, 13 Oktober 2015 10:22

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Die St. Bartholomäus-Kathedrale bot als architektonisches Denkmal die passende Kulisse: auf dem Pilsener Platz der Republik begeisterten am vergangenen Wochenende das „F1 in schools"-Team BSZ-Racing des Berufsschulzentrums Wiesau und die Fakultät für Maschinenbau der Universität Pilsen gemeinsam Schüler und angehende Studenten mit Rennwagenmodellen und einem echten Boliden für Technik und Forschung. Die zuständigen Lehrkräfte des Berufsschulzentrums, StR Andreas Büttner, OStR Hartmut Seidler, Fachlehrer Manfred Sladky und OStR Wolfgang Prebeck, hatten hierfür eigens ihre 24 Meter lange Rennbahn samt Teambox und technischer Ausrüstung zu den „Tagen der Wissenschaft" nach Pilsen gebracht.

 

Die Rennbahn ist Bestandteil des Rennteams der Berufsschule. Bereits seit geraumer Zeit nehmen Schüler aus Wiesau damit an dem Projekt „F1 in schools", einem internationalen Technologiewettbewerb für Jugendliche, teil und konstruieren entsprechend dem Regelwerk eigene Rennwagenmodelle, mit denen sie gegen andere Teams antreten. Ziel des Wettstreits ist es, durch konstruktive Optimierungsmaßnahmen an Fahrwerk und Aerodynamik eine Bestzeit zu erreichen. Im vergangenen Jahr konnte Wiesau bereits den dritten Platz belegen.

Umso mehr bot es sich an, die Bahn auf den „Tagen der Wissenschaft" zu präsentieren. Diese sind eine fest etablierte Veranstaltung in Pilsen, auf der die verschiedenen Fakultäten der dortigen Universität seit zehn Jahren ihre Forschungsergebnisse anschaulich präsentieren und durch praktische Anwendungsbeispiele Jugendliche für die Wissenschaft begeistern wollen.

Die gemeinsame Vorstellung der Universität und des Berufsschulzentrums erfolgte anlässlich eines geplanten Projekts, durch das man im Rahmen der Europaregion Donau-Moldau künftig eine engere Zusammenarbeit zwischen beiden Einrichtungen anstrebt. Angedacht werden Seminare für Schüler und Studenten, Exkursionen, Werksbesichtigungen, aber auch gemeinsame Forschungsarbeiten wie z.B. die Konstruktion von Fahrzeugteilen. So sollen künftige Fachkräfte gesichert, Weiterbildungsmöglichkeiten eröffnet und internationale Kompetenzen erhöht werden. Es ist das erste Mal, dass eine Hochschule und ein Berufsschulzentrum auf diese Weise grenzüberschreitend kooperieren wollen.

In Pilsen stieß die Zusammenarbeit bei den jugendlichen Besuchern der „Tage der Wissenschaft" schon jetzt auf große Begeisterung. Mehr als 200mal schossen sie die durch Gaskartuschen angetriebenen Rennwagenmodelle aus Wiesau über die Bahn und sorgten zugleich für deren ersten erfolgreichen Langstreckentest. Selbst der Rektor der Universität, doc. Dr. RNDr. Miroslav Holeček, und sein Stellvertreter, doc. Ing. Vladimír Duchek Ph.D., ließen es sich nicht nehmen, die Wiesauer Renner auszuprobieren und eine Bestzeit herauszufahren. Und ganz nebenbei gelang es auch, verschiedene Spoiler auf ihre Stabilität zu prüfen. Das wichtigste Ergebnis des Wochenendes war jedoch sicherlich, das Interesse der Jugendlichen geweckt und so einen kleinen Beitrag zur grenzüberschreitenden Fachkräftesicherung geleistet zu haben.

 

Quelle(n)

Bezirk Oberpfalz/Pressest.