Vernissage vereint drei Ausstellungen

Ressorts: Interkulturell, Kultur, Ausstellung

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Autor

Michael Alt

DATUM

Mittwoch, 26 September 2012 11:57

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Eingebettet in den European Cooperation Day, der neben rund 40 anderen Orten im deutsch-tschechischen Grenzgebiet auch am Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) mit einem bunten Programm gefeiert wurde, war - frei nach dem Motto „Drei auf einen Streich" - auch die Eröffnung von drei Ausstellungen. Mit Blick auf das Jahr 2015, in dem Pilsen Europäische Kulturhautstadt sein wird, wurden "Lebendes Gedächtnis der Sudeten", "Farbe auf der Straße 2012" und

"Marionetten erinnern sich - Geschichten aus der Stadt Pilsen" präsentiert

Von Peter Vacek, der auf seinem Akkordeon dann auch zwischen den einzelnen Reden geradezu zauberte, musikalisch eingestimmt, begrüßte CeBB-Leiter Hans Eibauer zahlreiche interessierte Gäste und auch einige der beteiligten Künstler.

 

Er unterstrich die hervorragende Zusammenarbeit von tschechischer und deutscher Seite. Mit Blick auf die zahlreichen Aktivitäten des CeBB in Sachen Pilsen, so erzählte er, habe ihm gegenüber jemand Schönsee als „Vorort von Plzen" bezeichnet. „Ein bisschen was ist ja schon dran" meinte er schmunzelnd, ehe er das Wort an Eva Herinková übergab.

Die stellvertretende Oberbürgermeisterin von Plzen wies in ihrer Einführung zu "Marionetten erinnern sich - Geschichten aus der Stadt Pilsen" darauf hin, dass die „Spielpuppen" in ihrer Stadt eine große Tradition haben. In einer „neuen, interessanten Form" würden sie nun Pilsen präsentieren und den Dank der Stadt an bekannte Puppenspieler wie Josef Skupa und Jiri Trnka ausdrücken. Für alle drei Ausstellungen gelte, dass sie „das historische Bewusstsein über so manche historische Momente sowie das aktuelle Leben unserer beiden Völker näher bringen und erweitern".

Květoslava Monhartová als Kuratorin von "Farbe auf der Straße 2012" wies darauf hin, dass es bereits zum fünften Mal sei, dass bildende Künstler aus Tschechien in Deutschland Bilder zu diesem Thema geschaffen haben. Der erste Teil des Projektes habe, so die Vertreterin der Union der bildenden Künstler in der Region Plzen, im August im Křžík Park an den Stadtmauern von Plzen begonnen, wo das Projekt bis November fortgesetzt werden solle. Die Künstler fänden ihre Visionen „schlicht in sich selbst". Durch ihren bildenden Prozess kämen ihre Gedanken und Gefühle, aber auch Erkenntnisse an die Oberfläche, die Generationen vorher in ihren Genen gesammelt haben, und das, was im menschlichen Unterbewusstsein gespeichert ist.

Als dritte Sprecherin stellte Monika Ženísková "Lebendes Gedächtnis der Sudeten" vor. Die Projektmanagerin vom Zentrum für kommunale Zusammenarbeit Westböhmen Plzen erinnerte daran, dass im Rahmen des Bezirkes Plzen die Sudeten fast die Hälfte des Gebietes umfassten. Ansprechpartner seien Augenzeugen gewesen, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Sudetengebiet ausgesiedelt wurden, aber auch solche, die heute noch dort leben, Das Augenmerk habe dabei vor allem auf der Schilderung des Alltages gelegen. Bilder aus den jeweiligen Orten ergänzen die Schilderungen, von denen sieben in einem zweisprachigen Buch zusammengefasst wurden. Der Fortsetzung des Vorhabens soll unter anderem eine noch zu schaffende Internetplattform dienen, die neben vielen Informationen auch die Möglichkeit der Kommunikation untereinander bieten soll. In diesem Zusammenhang kündigte die Sprecherin eine Erweiterung der bestehenden Ausstellung und eine weitere Publikation an.

 

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