Ausstellung über den Wiener Staatsvertrag

Die Fraisch in Pilsen

Ressorts: Städte, Museen und Galerien, Kultur, Tourismus, Ausstellung

Artikelinformationen

Autor

Karl W. Schubsky

DATUM

Mittwoch, 06 März 2013 10:38

Empfehlen

Artikel drucken

Am 5. März war es nun auch in Pilsen soweit. In Zusammenarbeit mit der Studien- und Wissenschaftlichen Bibliothek der Pilsner Region sowie der Deutschen und Österreichischen Bibliothek eröffnete das Bayerische Grenzmuseum Schirnding im Rahmen einer Vernissage vor einer größeren Besucherschar seine Ausstellung „Die Fraisch – eine wechselvolle Region und 150 Jahre bayerisch-böhmische Grenze 1862-2012" in der Galerie des Europa-Hauses Pilsen, gegenüber von St. Bartholomäus, im Zentrum der Stadt.

 

Nach einer kurzen Begrüßung der Anwesenden durch die Bibliotheksleiter Frau Magister Daruše Kancerlová, eröffnete der Stellvertretende Leiter der SWB, Magister Milan Jenč, die Ausstellung offiziell. Dieser wies in seiner kurzgefassten Ansprache auf die langen historischen Beziehungen zwischen Böhmen und Bayern hin, die gerade im westböhmischen Grenzgebiet, wo die „Fraisch" liegt, viel älter seien, als die tschechisch-slowakischen. Er brachte seine Genugtuung darüber zum Ausdruck, dass die Ausstellung nun auch in Pilsen für die Öffentlichkeit zugänglich sei.

Magister Jenč folgte Karl W. Schubsky, der in allgemeinen Worten auf die Hintergründe der Entstehung der Ausstellung einging und etwas über die Aktivitäten des Schirndinger Museums erzählte, das von Idealisten und Enthusiasten getragen wird. Schubsky hielt sich ganz bewusst mit seinen Ausführungen zurück, was mit der kurzen Zeitspanne in Zusammenhang stand, die man ihm für seine Einführung zur Verfügung gestellt hatte, aber vor allem auch damit, dass er am 21.03. ab 15.00 Uhr mehr Zeit haben würde, weil er dann einen Vortrag über die „Fraisch" an gleicher Stelle halten würde. Dazu lud er gleich alle Anwesenden ein. Schubsky machte die Anwesenden aber darauf aufmerksam, dass das ganze ausgestellte Textmaterial erst ins Tschechische habe übersetzt werden müssen, da man im damaligen Gebiet der Fraisch Egerländerisch gesprochen habe und der Vertrag zwischen dem böhmischen König und österreichischen Kaiser sowie dem König von Bayern in Wien 1862 geschlossen worden sei. Damals wurde den Bewohnern nach der Grenzfestlegung noch die Möglichkeit der Wahl eingeräumt, ob sie letztendlich österreichische oder bayerische Staatsbürger sein wollten. Abschließend ließ Schubsky es sich nicht nehmen, auch auf die Bedeutung der Beziehungen zwischen Böhmen und Bayern hinzuweisen, schließlich würde heute ohne den Vilshofener Josef Groll Pilsen nicht als Biermetropole zu internationalem Ansehen gekommen sein.

Dann gab Karl W. Schubsky das letzte Wort schließlich an den 2. Vorsitzenden des Grenzmuseums Rainer Schweigert ab, ohne dessen unermüdliche Tätigkeit diese Ausstellung nie realisiert worden wäre. Rainer Schweigert hatte die Exponate nach Pilsen gebracht und die Ausstellung vor ort auch gleich aufgebaut. Er dankte den hiesigen Organisatoren für die angebotene Möglichkeit und verwies auch auf die sehr guten bestehenden Beziehungen zwischen dem Bayerischen Grenzemuseum und dem Zollmuseum Pilsen.

Musikalisch untermalt wurde die Vernissage von drei Liedbeiträgen, die vom „Pilsner Gesangstrio" dargebracht wurden, zwei davon in deutscher Sprache. Überhaupt hatten es sich zahlreiche Mitglieder der Organisation der Deutschen in Westböhmen mit Gerti Trepkova an ihrer Spitze, nicht nehmen lassen, zur Eröffnung zu kommen. Schließlich sollte an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass auch das Karl-Klostermann-Zentrum Pilsen nicht unwesentlich am Zustandekommen der Ausstellung beteiligt war. So hat ein Rädchen ins andere gegriffen und das Ergebnis ist bis zum 29. März in der Galerie Haus-Europa, Platz der Republik 12, Innenhof, zu sehen.

 

Über den Autor

Karl W. Schubsky