Viel Grenzgeschichte auf einem viel zu kleinem Raum ausgestellt

Das Grenzmuseum ist jetzt auch „bayerisch”

Ressorts: Interkulturell, Museen und Galerien, Kultur, Heimat und Brauchtum, Tourismus

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Autor

Karl W. Schubsky

DATUM

Montag, 10 September 2012 10:44

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Vielen ist der Grenzübergang Schirnding/Pomezin von langen Wartezeiten oder Abfertigungsschlangen her vielleicht nicht gerade in bester Erinnerung, doch diese „gute, alten Zeiten“ gehören schon längst der Vergangenheit an. Zwischenzeitlich sind auch hier die Straßenabfertigungsanlagen von Grenzpolizei und Zoll auf beiden Seiten abgebaut worden und aus den Blicken verschwunden. Lediglich eine kurzstreckige Geschwindigkeitsbegrenzung sind hier beiderseits die einzige Einschränkung für eilige Motoristen. – Für Fußgänger oder Radfahrer besitzen sie allerdings kaum Relevanz.

 

Aber die Grenze soll nicht in Gänze aus den Erinnerungen verschwinden. Damit die alten Zeiten auch nicht ganz in Vergessenheit geraten, dafür trägt kurz vor der Grenze auf bayerischer Seite ein kleines Museum Sorge, in dem viele „Relikte" daran erinnern. Diese Einrichtung trug bisher den Namen „Grenzmuseum Schirnding", untergebracht in einem leider viel zu kleinen Gebäude, das mit Zeitzeugnissen geradezu vollgestopft ist und nach Aussage des 2. Vorsitzenden des Fördervereins Grenzmuseum Schirnding, Rainer Schweigert, wird sich dieser unhaltbare Zustand in absehbarer Zeit auch nicht ändern lassen, da das für eine Vergrößerung der Ausstellungsflächen möglicherweise nutzbare und in nächster Nähe ehemalige Zollgebäude jetzt noch von der Bundespolizei mit Beschlag belegt ist. Zumindest noch vorläufig, bis sie in eigene Räumlichkeiten verlegt werden kann.

Immerhin hat neulich die Jahreshauptversammlung des Fördervereins den einstimmigen Beschluss gefasst, den Namen in „Bayerisches Grenzmuseum Schirnding" zu ändern. „Das Grenzmuseum will künftig nicht nur die Geschichte rund um den Grenzort Schirnding wach halten, sondern sich auch der Geschichte an der bayerisch-böhmischen Grenze widmen", heißt es in der Begründung für die Namensänderung in einer Pressemitteilung des Vereinsvorsitzenden Wolfgang Brauner. Gesagt und getan! Damit wurde das Grenzmuseum jetzt auch dem Namen nach zu einer überregionalen Einrichtung, in immer noch viel zu kleinen Räumlichkeiten.

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Das Museum wird betreut von ehemaligen aktiven Beamten von Grenzpolizei oder Zoll, die von Grenze abgezogen, jetzt an der Egerer Straße quasi in den Museumsinnendienst versetzt worden sind, wo sie Wochentags über Kräfte sammeln können, um sich auch spirituell auf die sonntäglichen Öffnungszeiten und die vielen Fragen der Besucher vorzubereiten. Kompetent steht das fachkundige „Personal" sonntags dann Rede und Antwort. Es sei denn, Gruppen möchten an einem anderen Wochentag in das jetzt „Bayerische Grenzmuseum Schirnding" Einsicht nehmen.

 

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Karl W. Schubsky