Eine „Böhmische Hommage“ an Verdi

Donnerstag, 14 November 2013 – Bad Kötzting Michael Alt

"Kötzting feierte Verdi im Literarischen Café." So Stadtrat Wolfgang Kerscher, der beim 31. Literarischen Cafe am Samstag im „Hotel zur Post" die Stadt vertrat. Maßgeblichen Anteil daran hatte als Referent Oberstudiendirektor i. R. Dolf Schwarz aus Eichenau, der in seinem Vortrag mit Text- und Musikbeispielen unter dem Titel „Franz Werfel - „Verdi - Roman der Oper" eine „Böhmische Hommage" an den großen europäischen Komponisten Giuseppe Verdi, zu dessen 200. Geburtstag präsentierte.

Franz Viktor Werfel gilt als ein Wortführer des lyrischen Expressionismus, wobei er seine Popularität vor allem seinen erzählenden Werken und Theaterstücken verdankt. Mit „Verdi - Roman der Oper" wurde er zu einem Protagonisten der Verdi-Renaissance in Deutschland. Schon als Gymnasiast hatten es Werfel die Verdi-Arien angetan, eine Leidenschaft, die ihn ein Leben lang nicht losließ. Eines seiner großen Ziele war es, den Ruf Verdis gegenüber der zu dieser Zeit herrschenden „Wagnerdominanz" zu stärken.

 

Volkstraditionen im Herbst

Sonntag, 10 November 2013

Während sich die Einen langsam auf den Einzug des Winters und die beginnende Ruhephase, sprich „staade Zeit", vorbereiten, drehen die Anderen noch einmal so richtig auf und fahren - dabei die längere Anfahrtsstrecke in den Böhmerwald gerne in Kauf nehmend - nochmals ins Adalbert-Stifter-Zentrum nach Oberplan, um mehr über vergessene oder scheinbar vergessene „Volkstraditionen im Herbst" in Erfahrung bringen zu können.

Ein ganzes Wochenende lang wieder hatte Dr. Zuzana Finger, die Heimatpflegerin der Sudetendeutschen, ins Adalbert-Stifter-Zentrum nach Oberplan zu einem weiteren Seminar gebeten. Unterstützt dabei wurde sie auch diesmal wieder in bewährter Weise von Barbara Weingartner, die mit einer Reihe bekannter – oder unbekannter – Herbstlieder zur gesanglichen Auflockerung der großen Schar von Seminarteilnehmern beitrug, die der Einladung in den Böhmerwald gefolgt war. Nicht nur aus verschiedenen regionalen Begegnungszentren der deutschen Minderheit in der Tschechischen Republik kamen wieder ins ASZ nach Oberplan angereist, selbst aus Mähren und Schlesien, auch aus der ganzen Bundesrepublik Deutschland waren die Teilnehmer gekommen – zur großen Freude von Horst Löffler, dem Hausherrn und Initiator des Adalbert-Stifter-Zentrums, dem eine wichtige Rolle als Begegnungs- und Lernzentrum zukommt. - Dieses Mal war eine noch größere Schar als zuvor zusammengekommen, was die wachsende Wissbegierde und die zunehmende Neugierde an diesem Thema veranschaulicht. Neben dem Vermitteln eines „Quäntchens" handwerklichen Könnens, das zu manchen der vorgestellten Volkstraditionen der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien gewissermaßen mit dazugehört, ist grundsätzlich zu erfahren, welche Traditionen von ihnen einstmals gepflegt worden sind und was mit ihrem „Verschwinden" jetzt im Landes alles in Vergessenheit zu geraten droht.

 

Den Menschen nicht zur „Ware“ werden lassen

Dienstag, 15 Oktober 2013

Ein großformatiges Plakat hinter dem Podium im Spiegelsaal des Schlosses Ludwigsthal zeigt das Foto eines jungen Mädchens, daneben steht der Satz: „ Sie wollte einen Mann fürs Leben – jetzt hat sie 15 jede Nacht." Den vielen Beispielen der Entwicklung einer gedeihlichen Nachbarschaft in den Grenzgebieten zwischen Deutschland, Tschechien und Österreich steht ein besorgniserregender Anstieg von Wirtschaftskriminalität, Drogendelikten, vor allem aber auch von Menschenhandel und Zwangsprostitution gegenüber. Immer wieder, so der Vorsitzende der Euregio Bayerischer Wald-Böhmerwald-Unterer Inn, Landrat Ludwig Lankl und vhs-Geschäftsführer Herbert Unnasch aus Regen in der Einladung als Veranstalter der Podiumsdiskussion zusammen mit „europe direct", werde man mit Fragen konfrontiert, wie die grenzüberschreitende und europäische polizeiliche Zusammenarbeit bei der Bekämpfung dieser Delikte geregelt ist und wie den Opfern des Menschenhandels geholfen werden kann.

Was unternehmen die Europäische Union, was die ihr angehörenden Staaten, gegen Menschenhandel, einem der schlimmsten Verbrechen gegen die Menschenwürde, bei dem die Opfer als „Ware" betrachtet und und mit Gewalt ausgebeutet werden.

 

40 Jahre Egerland-Kulturhaus“ und „Egerlandtag 2013

Donnerstag, 12 September 2013

Wenn sich die Egerländer einzeln oder als „Gmoin" aus nah und fern – und jetzt auch aus dem „Chebsko" im einstigen egharischen Rawatz wieder zusammenfinden, um das Egerland weiterleben zu lassen, ist schon etwas geboten. Echte Egerländer gibt es immer weniger, aber trotzdem gibt es auch die „Jugend", die ihre Kultur und Tradition fortzusetzen sucht.

Die „Egerländer im Exil" haben in Marktredwitz noch immer ein Heimatrecht, da die heutige Stadt ja früher zu Eger gehört hat (bis 1816) und damit gleichzeitig auch böhmisch war, wie etwa auch Neualbenreuth oder Ottengrün in der Fraisch, wo es zu einer endgültigen offiziellen Abnabelung von Böhmen erst 1862 durch den „Wiener Vertrag" gekommen ist. Ihre stets fortbestehende Verbundenheit mit der „westböhmischen Heimat" haben die verjagten Egerländer, starrsinnig wie sie nun einmal sein können, vor 40 Jahren dadurch zum Ausdruck gebracht, dass sie in Marktredwitz ihr ureigenstes Kulturdomizil erbauten und als kulturellen Sammelpunkt Egerländer Kultur eingerichtet haben, nämlich das Egerland-Kulturhaus mit dem Egerlandmuseum.

 

Linzer Gruppe inspiziert Resultat ihres Einsatzes

Montag, 09 September 2013

Es ist immer wieder eine zutiefst befriedigende Sache zu sehen, dass langjähriges Engagement erfolgreich abgeschlossen wurde. Zumindest vorläufig, denn ein Kulturflächendenkmal, wie es der Neue Judenfriedhof in Rosenberg a. d. Moldau eines darstellt, bedarf einer andauernden und kontinuierlichen Pflege, damit es nicht wieder in einen derartig trostlosen Zustand zurück verfällt, wie es der Verein „Wider das Vergessen" aus Linz a. d. Donau am Beginn seiner langjährigen Instandsetzungsarbeiten vorgefunden hatte. – Die „Landeszeitung" hat bereits in einer früheren Ausgabe über diesen beachtenswerten Einsatz des Linzer Vereins in Südböhmen berichtet.

 

Kulturpreise werden ausgelobt

Sonntag, 01 September 2013

Eingedenk der Verpflichtung, das kulturelle Erbe zu wahren, und getragen von dem Willen, die schöpferischen Kräfte zu fördern, vergibt die Sudetendeutsche Landsmannschaft als Dank und Anerkennung für künstlerisches Wirken im Sinne einer jahrhundertealten Tradition die Sudetendeutschen Kulturpreise.

Folgende Preise werden vergeben:

Großer Sudetendeutscher Kulturpreis

Sudetendeutscher Kulturpreis für Literatur

Sudetendeutscher Kulturpreis für Musik

Sudetendeutscher Kulturpreis für Bildende Kunst und Architektur

Sudetendeutscher Kulturpreis für darstellende und ausübende Kunst

Sudetendeutscher Kulturpreis für Wissenschaft

Sudetendeutscher Volkstumspreis

 

Wilhelm-Müller-Denkmal der Anonymität entrissen

Montag, 05 August 2013

Die Stadt Franzensbad hat die Anregung des Ehepaares Prof. Dr. Bernd Leistner und Dr. Maria-Verena Leistner aus Sachsen aufgenommen und auf dessen Kosten ein altes Denkmal wiederherstellen lassen, wodurch dem kaschierten Denkmal für den romantischen Dichter Wilhelm Müller seine ursprüngliche Gestaltung (fast) zurück gegeben wurde.

Es kommt immer wieder einmal vor, dass während einer Unterhaltung die Frage gestellt wird: „Kennen sie den?" Das ist meist eine landläufige Frage, um auf einen bestimmten Witz anzuspielen, während bei der Frage nach einer Person immer ein Name hinzugefügt werden sollte. Also: Kennen Sie den „Müller"? Gegenfrage: „Den vom „Brot" oder den vom „FC Bayern München"? Nein, hier ist diesmal die Person des romantische Dichter Wilhelm Müller gesucht, der im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts besser unter seinem Spitznamen „Griechen-Müller" bekannt war. – Aber hätte nicht alleine schon der heutzutage völlig aus der Mode gekommene Vorname „Wilhelm" zeigen können, dass es sich bei ihm um eine Person „älteren Datums" handeln muss, denn wer versieht sein Kind in heutigen Tagen noch mit dem Vornamen „Wilhelm", wo es doch viel glänzendere Namen wie z. B. „Kevin" gibt?

 

Der Heilige des Böhmerwaldes – Leben und Wirken

Freitag, 02 August 2013

Der im Böhmerwald und im grenznahen nördlichen Bayerischen Wald als Heiliger verehrte Gunther (ca. 955 – 1045) entstammte dem thüringischen Adelsgeschlecht der Grafen von Schwarzburg-Käfernburg und war mit dem damaligen deutschen König (und späterem Kaiser) Heinrich II. verwandt. In der historischen Literatur wird er als Missionar, Diplomat, Friedensstifter sowie Wege- und Brückenbauer zwischen den Nationen bezeichnet. Bis zu seinem fünfzigsten Lebensjahr wirkte er als thüringischer Gaugraf im weltlichen Bereich, aus dem er sich 1005 zurückzog und in das Be-nediktinerkloster Niederaltaich an der Donau eintrat.

Drei Jahre später zog er als Einsiedler in die Nähe von Lalling nahe der böhmischen Grenze, im Jahre 1012 gründete er mit weiteren Benediktinern das Kloster Rinchnach ebenfalls nahe der böhmischen Grenze, das durch umfangreiche Rodungen zur ersten Siedlung im mittleren Bayerischen Wald wurde. 1040 verließ er das Kloster und lebte wieder als Einsiedler unterhalb des Guntherfelsens beim Böhmerwald-Ort Gutwasser, wo er 1045 starb. Sein Leichnam wurde auf Veranlassung des böhmischen Herzogs Břetislav ins Kloster Breunau (Břevnov) bei Prag überführt und dort be-graben.

 

200. Botschaft für Pilsen, Kulturhauptstadt Europas 2015

Donnerstag, 18 Juli 2013

„Es ist fantastisch zu sehen, wie das frühere „Niemandsland" durch solch ein Event in den Mittel- punkt der Aufmerksamkeit rückt, aus grau und unbekannt, hoffentlich bunt und spannend wird.", so Katrin Döppe, Mitarbeiterin bei BAYHOST - Bayerisches Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa in Regensburg, in der 200. Botschaft für Pilsen 2015, die am 19.07.13, wie jedes der 365 Statements, auf der Startseite des Kulturportals www.bbkult.net veröffentlicht wird.

Das Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) hatte bereits im letzten Jahr zur „Aktion 365" aufgerufen und veröffentlicht seit Januar 2013 jeden Tag eine Botschaft für Pilsen 2015 nicht nur im Internet- portal, sondern projiziert die Statements täglich am Abend an die Fassade des Alten Rathauses in Regensburg. Die Äußerungen spiegeln die vielfältigen Eindrücke und Meinungen der bayerischen Seite über das Nachbarland wider.

 

„Traumschloss im Wald der Freiherrn Poschinger von Frauenau“

Dienstag, 09 Juli 2013

Am kommenden Mittwoch, 10. Juli, wird das Bayerische Fernsehen in der Abendschau (BR Der Süden) ab 17.30 Uhr über das neue Buch „Traumschloss im Wald der Freiherrn Poschinger von Frauenau" von Autorin Marita Haller berichten, das der Verlag edition Lichtland in Freyung demnächst herausgeben wird. Redakteurin Beatrix Ziegler war dafür vergangenen Samstag mit dem Drehteam in Frauenau. Gedreht wurde im Laden „Der Glasbaron" der Kristallglasmanufaktur von Poschinger und auf dem Schlossplatz in Oberfrauenau, auf dem heute nur noch die Kapelle der ehemaligen Schlossanlage und eine neue Informationstafel auf das ehemalige Prunkschloss im Baustil der Neurenaissance hinweisen.

 

„Gerettete Baudenkmäler“ als eindringliche Zeichen

Donnerstag, 27 Juni 2013

Während in der tschechischen Hauptstadt Prag die politischen Turbulenzen einem Höhepunkt zusteuerten und sich die Vereidigung einer Interims-Regierung anbahnte, hatten die wirklichen Akteure der deutsch-tschechischen Verständigung und Kooperation im Centrum Bavaria Bohemia im oberpfälzischen Schönsee etwas zu feiern. Die Einrichtung in der kleinen Stadt Schönsee im Landkreis Schwandorf ist längst zu einer festen Größe in der Beziehungsarbeit zwischen den Nachbarländern geworden. Auch der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds , der den 7. „Sommerbrunch" im CeBB mit einer bedeutenden Ausstellung bereicherte, ist fast von Beginn an dabei – als Deutschland, insbesondere Bayern und Tschechien wieder Gelegenheit bekommen hatten, ihre einst engen Beziehungen auf eine neue Grundlage zu stellen.

 

Deutsch-tschechisches Trommelerlebnis

Dienstag, 25 Juni 2013

Zum fünften Mal geht in Kötzting das Trommelfeuer auf dem Gelände der ehemaligen Hohenbogenkaserne über die Bühne. Organisator Sigi „Lee" Nachreiner von LIAM hat bei der Veranstaltung, die immer mehr Zuspruch findet, ein großes Anliegen: „Ich will regionale Künstler auf die Bühne bringen!" Und dies gelingt ihm auch.

Denn wenn auch die „Taiko-Trommeln" von „KokoroDaiko" ihren fernöstlichen Ursprung nicht verleugnen können, werden sie dennoch von „Hiesigen" meisterlich „bearbeitet". Schließlich handelt es sich bei der gemischten elfköpfigen Truppe, die sich um Elke Hamacher geschart hat, ausschließlich um TrommlerInnen aus dem „Waldmünchner Eck". Und auch die „Chefin"und Lehrerin ist mittlerweile als Ärztin in der Trenkstadt fest verwurzelt. „Chardy & Friends" – treue Begleiter seit dem ersten „Trommelfeuer" vor fünf Jahren - haben auch keine weite Anreise.

 

„Wanderbar – ohne Grenzen“

Mittwoch, 05 Juni 2013

Als Wandern auch als Freizeitbeschäftigung auf beiden Seiten der Grenze „entdeckt" wurde. Im Gerätemuseum Arzberg-Bergnersreuth zeigen der „Fichtegebirgsverein" und der „Klub Tschechischer Touristen" ihre Geschichte seit ihren Vereinsgründungen vor 125 Jahre.

Wanderten sie bereits schon – oder gingen sie noch? Das altbekannte Lied mit dem Hinweis, das Wandern sei alleine des Müllers Lust, kann so nicht alleine im Raume stehen bleiben. Natürlich wird unter dieser Art des Wanderns eher eine Arbeitssuche verstanden, schließlich gingen einst die meisten Handwerker diesen Weg, auf die „Walz", und blieben häufig auf Jahr und Tag weg von daheim, um Neues zu suchen und Kenntnisse zu erlangen. Wandern war demnach keine „Lust" sondern viel eher eine Notwendigkeit. Waren dabei Territorial- oder Landesgrenzen hinderlich? Diese Frage beantwortet jetzt eine Ausstellung im Gerätemuseum Bergnersreuth zum Thema „Fortbewegung". Eigentlich ist sie aber ein Hinweis darauf, dass zumindest in der Grenzregion seit mindestens 125 Jahren organisiert gewandert wird.

 

Kunstpreis zur deutsch-tschechischen Verständigung

Mittwoch, 08 Mai 2013

Der Kunstpreis zur deutsch-tschechischen Verständigung wird gemeinsam vom Adalbert-Stifter-Verein, München, der Brücke/Most-Stiftung, Dresden, dem Collegium Bohemicum, Aussig/Ústí nad Labem, dem Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren, Prag, dem Internationalen Kunstverein Pro arte vivendi, Berlin, und der Union für gute Nachbarschaft tschechisch- und deutschsprachiger Länder, Prag, verliehen. Die Preisverleihung findet im Herbst in Tschechien statt.

 

„350 Jahre Immerwährender Reichstag“ Ausstellung

Donnerstag, 02 Mai 2013

Vom 10.05.2013 bis 31.05.2013 stellt die Stadt Regensburg, die seit 2006 UNESCO-Welterbe ist, in Zusammenarbeit mit dem Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) in Schönsee und der Studien- und Wissenschaftsbibliothek der Region Pilsen in der Ausstellungsreihe „Städte aus Bayern zu Gast in Pilsen" im Rahmen des Projekts „Kultur ohne Grenzen | Kultura bez hranic" Begegnung Bayern Böhmen in der Galerie des Europahauses in Pilsen, nám. Republiky 12, ihre Wanderausstellung „Ohne Regensburg kein Europa – Durchbruch zum Föderalismus" vor. Die Dokumentation wurde eigens für das Jubiläum „350 Jahre Immerwährender Reichstag" konzipiert.

 

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