„Als Fremde im tschechischen Haus oder gemeinsames Haus Böhmen?

Donnerstag, 14 April 2016 – Selb Karl W. Schubsky

Am ersten Aprilwochenende 2016 traf sich eine Gruppe Interessierter im Hotel Haus Silberbach bei Selb. Der Tagungsort der bayerisch-tschechischen Sozialakademie und der evangelischen Familienerholungsstätte war bewusst so gewählt, weil die Einrichtung sich mit ihren Angeboten über Ländergrenzen hinweg an eine breite Zielgruppe richtet.

Das 3-Tage-Seminar war Teil des Projekts der Seliger-Gemeinde Bayern „Nicht spurlos aus der Geschichte verschwinden. Zeitzeugnisse von Deutschböhmen in Wort und Schrift", welches aus Mitteln des deutsch-tschechischen Zukunftsfonds bezuschusst wurde.

 

Nicht nur zu Weihnachtszeit!

Mittwoch, 09 Dezember 2015

Unter dem Titel „Nicht nur zur Weihnachtszeit!" ist im Egerland-Museum Marktredwitz eine Ausstellung zu sehen, die wie keine andere den Nerv der Zeit trifft. Sie spannt einen Bogen von der biblischen Weihnachtsgeschichte über die Vertreibung der Egerländer nach 1945 bis hin zur Flucht der Syrer nach Europa in unseren Tagen. Dementsprechend besitzt die Ausstellung drei Teile, in die Inszenierungen sowie Flüchtlingsschicksale eingebunden sind.

Flucht und Vertreibung sind also nicht abhängig von der Jahreszeit sondern davon, dass Menschen andere Menschen aus irgendwelchen Gründen oder Motivationen heraus verfolgen, verjagen und zur Flucht drängen. Diese Themen begleiten uns durch die ganze bekannte Menschengeschichte, betreffen Religionsgruppen oder ganze Völker, wie es in der Moderne an der Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ersichtlich ist. Über 200 Besucher kamen ins Egerland-Museum, um bei der Eröffnung der Ausstellung "Nicht nur zur Weihnachtszeit" mit dabei zu sein. Museumsleiter Volker Dittmar hob dabei hervor: "Flucht und Vertreibung sind keine neuen Probleme. Bereits in der Bibel wird von flüchtenden Menschen und Familien berichtet."

 

Pilsen verabschiedet sich vom Titel Kulturhauptstadt Europas 2015 und zieht Bilanz

Samstag, 05 Dezember 2015

Schon nächste Woche wird das Programm der Kulturhauptstadt Europas, das elf Monate und mit den aufwändigen Vorbereitungen insgesamt rund sieben Jahre gedauert hat, abgeschlossen. Es haben sich an ihm Hunderte Mitwirkende, örtliche und ausländische Partner und Institutionen beteiligt. Es hat Hunderttausende Touristen in die Stadt gebracht. Die renommierte europäische Marke, um die eine Reihe von Städten mit mehrjährigem Vorsprung ringt, hat die erwarteten positiven Effekte gebracht: den Anstieg der Besucherzahl, die Öffentlichkeitswirksamkeit und Attraktivierung von Pilsen als einer Stadt zum Leben, für den Tourismus und die Unternehmenstätigkeit sowie eine Belebung des kulturellen Potenzials vieler Orte und einbezogener Organisationen.

 

Pflege der jüdischen Kulturgeschichte in Böhmen und Bayern

Samstag, 19 September 2015

Ein deutsch-tschechisches Seminar in den Räumen des Adalbert-Stifter-Zentrums in Oberplan in Südböhmen. Zum Seminarprogramm gehörten die Filmvorführung „Das Schicksal der jüdischen Bevölkerung im Böhmerwald und im Bayerischen Wald", eine Exkursion nach Rosenberg a. d. Moldau und die Eröffnung einer deutsch-tschechischen Ausstellung.

Zu einem besonderen Seminar hatten Dr. Zuzana Finger, die Heimatpflegerin der Sudetendeutschen, und Ing. Jakub Ded von Omnium z. s. dieses Mal nach Oberplan im Böhmerwald eingeladen. Es ergab sich, dass ihr deutsch-tschechisches Seminar gerade an zwei spätsommerlichen Frühherbsttagen kurz vor dem jüdischen Neujahrsfest – Rosch Haschana – im September stattfand. Verschiedene Referenten und Aktivisten stellten ihre oft ganz speziellen Projekte im Rahmen ihrer Auseinandersetzung und Behandlung der über 1000jährigen Geschichte jüdischer Geschichte und Kultur in Bayern und Böhmen vor, alles eben, was unter Pflege jüdischer Kulturgeschichte läuft. Dabei wurde auch klar, wie sensibel der Umgang damit ist und dass man damit in Bayern zum Teil anders Umgangen umgegangen ist, aber auch in der Tschechischen Republik inzwischen neue und bessere Wege gegangen werden! – Eines ist aber ganz ersichtlich, dass der Umgang mit jüdischen Kulturdenkmälern am Beispiel der Judenfriedhöfe in manchen Landesteilen, besonders aber in den Grenzgebiet (siehe z. B. Eger, Franzensbad, Eidlitz oder Staab) schwer im Argen liegt, besonders dort, wo die Anlagen der jüdischen Gemeinschaft weggenommen worden sind.

 

Egerlandtag erstmals mit Jung und Alt

Donnerstag, 30 Juli 2015

Der 26. Egerlandtag in Marktredwitz stand unter dem Motto"Heimat Egerland – die Zukunft gemeinsam gestalten." Es waren ganz besondere Festtage , denn erstmals wurde in Marktredwitz auch das nunmehr 45. Bundestreffen der Egerländer Jugend abgehalten mit viel Musik und Tanz. Bundevüarstaiha Alfred Baumgartner begrüßte zahleiche Gäste aus Politik und Gesellschaft, besonders Bernd Posselt als Sprecher der sudetendeutschen Volksgruppe und den Festredner, Staatsekretär Johannes Hintersberger. Ihm galt der Dank für die Förderung des ersten Bauabschnittes der Renovierung des Egerland-Kulturhauses. Hintersberger dankte in seiner Rede den Egerländern für „gelebte Heimatliebe und Familiensinn." Besonders beeindruckt zeigte er sich von der großen Zahl der Jung-Egerländer, die mit 125 Mitgliedern vertreten waren.

 

Konrad Kobler MdL a. D. neuer Vorsitzender

Sonntag, 10 Mai 2015

Mit dem langjährigen ehemaligen Landtagsabgeordneten Konrad Kobler, zugleich auch Vorsitzender der Europa-Union Niederbayern und der Deutsch-Kroatischen Gesellschaft, übernahm am Donnerstagabend einer der profiliertesten Europapolitiker des Raumes den Vorsitz des Vereins „Europa in der Region e.V. mit Hauptsitz in Deggendorf. Stellvertretender Vorsitzender bleibt der Chefredakteur der Bayerischen Staatszeitung, Ralph Schweinfurth, neue Schriftführerin ist Charlotte Gareisen, Osterhofen und das Amt des Kassiers wird künftig Uli Popp von der Firma Hatz& Popp aus Passau wahrnehmen.

 

Blumen für Pilsen

Mittwoch, 22 April 2015

Die bayerischen Kulturtage schließen mit dem großen Kulturfest auf dem Hauptplatz in Pilsen ab. Die Gäste erwartet von 11 bis 18 Uhr ein abwechslungsreiches Programm mit Musik auf zwei Bühnen mit 12 Kapellen und Bands, Theaterszenen der Freilichtspiele Doktor Eisenbarth und Vom Hussenkrieg, Kunstaktionen, Infomeile, Spielareal, bayerisches Bier und Schmankerl.

Schülerteams von Pilsner und bayerischen Partnerschulen verteilen am Sonntagvormittag Blumengrüße an die Bürgerinnen und Bürger in der ganzen der Stadt. Auf dem Hauptplatz entsteht aus vielen tausend Blumen auf 100 qm die Ziffer 15 aus dem Kulturhauptstadtlogo. Die Blumenaktion wird dankenswerterweise unterstützt vom Rotary Club Oberpfälzer Wald in Zusammenarbeit mit den beiden Pilsner Rotary Clubs.

Neben den Blumen wird der riesige Further Drache (20 m Länge, 15 m Flügelspannweite) Blickfang und große Attraktion beim Fest. Dank an die Stadt Furth i.W., den Landkreis Cham und die Zollner AG.

Lassen Sie sich dieses Ereignis nicht entgehen und kommen Sie am Sonntag zu Blumen für Pilsen auf den Platz der Republik in Pilsen!

Weitere Informationen und detailliertes Programm finden Sie hier.

 

40 Jahre Egerland-Kulturhaus“ und „Egerlandtag 2013

Donnerstag, 12 September 2013

Wenn sich die Egerländer einzeln oder als „Gmoin" aus nah und fern – und jetzt auch aus dem „Chebsko" im einstigen egharischen Rawatz wieder zusammenfinden, um das Egerland weiterleben zu lassen, ist schon etwas geboten. Echte Egerländer gibt es immer weniger, aber trotzdem gibt es auch die „Jugend", die ihre Kultur und Tradition fortzusetzen sucht.

Die „Egerländer im Exil" haben in Marktredwitz noch immer ein Heimatrecht, da die heutige Stadt ja früher zu Eger gehört hat (bis 1816) und damit gleichzeitig auch böhmisch war, wie etwa auch Neualbenreuth oder Ottengrün in der Fraisch, wo es zu einer endgültigen offiziellen Abnabelung von Böhmen erst 1862 durch den „Wiener Vertrag" gekommen ist. Ihre stets fortbestehende Verbundenheit mit der „westböhmischen Heimat" haben die verjagten Egerländer, starrsinnig wie sie nun einmal sein können, vor 40 Jahren dadurch zum Ausdruck gebracht, dass sie in Marktredwitz ihr ureigenstes Kulturdomizil erbauten und als kulturellen Sammelpunkt Egerländer Kultur eingerichtet haben, nämlich das Egerland-Kulturhaus mit dem Egerlandmuseum.

 

Deutsch-tschechisches Trommelerlebnis

Dienstag, 25 Juni 2013

Zum fünften Mal geht in Kötzting das Trommelfeuer auf dem Gelände der ehemaligen Hohenbogenkaserne über die Bühne. Organisator Sigi „Lee" Nachreiner von LIAM hat bei der Veranstaltung, die immer mehr Zuspruch findet, ein großes Anliegen: „Ich will regionale Künstler auf die Bühne bringen!" Und dies gelingt ihm auch.

Denn wenn auch die „Taiko-Trommeln" von „KokoroDaiko" ihren fernöstlichen Ursprung nicht verleugnen können, werden sie dennoch von „Hiesigen" meisterlich „bearbeitet". Schließlich handelt es sich bei der gemischten elfköpfigen Truppe, die sich um Elke Hamacher geschart hat, ausschließlich um TrommlerInnen aus dem „Waldmünchner Eck". Und auch die „Chefin"und Lehrerin ist mittlerweile als Ärztin in der Trenkstadt fest verwurzelt. „Chardy & Friends" – treue Begleiter seit dem ersten „Trommelfeuer" vor fünf Jahren - haben auch keine weite Anreise.

 

Tschechische Gastschüler in Berlin

Dienstag, 05 Februar 2013

Die tschechischen Schüler, die im Rahmen des EUREGIO-Gastschuljahrprogramms dieses Schuljahr an bayerischen Gymnasien zur Gast sind, haben einen dreitägigen Ausflug in die deutsche Hauptstadt unternommen. Der Gruppe der Gastschüler schlossen sich auch einige Gasteltern und Betreuungslehrer an. Das Programm bereiteten die beiden EUREGIO-Projektkoordinatoren Dr. Dr. Segl und Lucie Dreher vor.

Gleich nach der Ankunft in Berlin unternahm die Gruppe in Berlin einen kurzen Abendspaziergang zur Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche und über dem Kurfürstendamm. Am nächsten Tag erwartete die Teilnehmer ein volles und abwechslungsreiches Programm. Am Morgen brach die Gruppe mit einer kompetenten Stadtführerin zu einer informativen Stadtbesichtigung auf. Zwei Stunden lang führte sie die Gruppe mit dem Bus quer durch Berlin und zeigte ihr bzw den Schülern viele bedeutende Berliner Sehenswürdigkeiten wie Schloss Charlotten-Burg, Kudamm, Schloss Bellevue, Siegessäule, Fernsehturm, Potsdamer Platz, Brandenburger Tor, Reichstag, Berliner Mauer usw. „Berlin ist die schönste Stadt, die ich je gesehen habe. Sie gefällt mir besser als Prag" stellte, Jan Mišák, ein Gastschüler am Gymnasium Zwiesel, während der Rundfahrt fest.

 

Aktion 365 gestartet - Täglich eine Botschaft für Pilsen 2015

Freitag, 11 Januar 2013

Mit dem neuen Jahr hat das Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) die Aktion 365 auf www.bbkult.net gestartet! Das ganze Jahr 2013 werden 365 Persönlichkeiten aus Bayern auf der Startseite ihre Freude über das Kulturereignis von europäischer Dimension äußern, das über die tschechische Nachbarregion hinaus auch nach Bayern ausstrahlen wird.

Das CeBB möchte mit der Aktion 365 eine breite Öffentlichkeit auf die Kulturhauptstadt Pilsen 2015 aufmerksam machen und aktiv einbinden. Die Marketingaktion ist Teil des EU-finanzierten Projektes „Impuls 2015!", das das CeBB seit November 2011 gemeinsam mit den Partnern Stadt Regensburg und Plzeň 2015, o.p.s. umsetzt. Im Rahmen des Projektes bereitet das CeBB in enger Abstimmung mit dem Pilsen 2015-Team bayerische Programmbeiträge für das Kulturhauptstadtjahr vor, informiert über Aktuelles und macht Marketing für Pilsen 2015.

 

Vernissage vereint drei Ausstellungen

Mittwoch, 26 September 2012

Eingebettet in den European Cooperation Day, der neben rund 40 anderen Orten im deutsch-tschechischen Grenzgebiet auch am Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) mit einem bunten Programm gefeiert wurde, war - frei nach dem Motto „Drei auf einen Streich" - auch die Eröffnung von drei Ausstellungen. Mit Blick auf das Jahr 2015, in dem Pilsen Europäische Kulturhautstadt sein wird, wurden "Lebendes Gedächtnis der Sudeten", "Farbe auf der Straße 2012" und

"Marionetten erinnern sich - Geschichten aus der Stadt Pilsen" präsentiert

Von Peter Vacek, der auf seinem Akkordeon dann auch zwischen den einzelnen Reden geradezu zauberte, musikalisch eingestimmt, begrüßte CeBB-Leiter Hans Eibauer zahlreiche interessierte Gäste und auch einige der beteiligten Künstler.

 

Tschechische Senioren auf Gegenbesuch in St. Michael

Mittwoch, 19 September 2012

Fast genau ein Jahr ist es her, dass mit dem Besuch der deutschen Seite in Cernovice die Partnerschaft zwischen dem Domov pro Senory und dem Haus St. Michael ins Leben gerufen wurde. Mitte September war es dann endlich soweit: MitarbeiterInnen und BewohnerInnen der tschechischen Einrichtung trafen zu ihrem Gegenbesuch ein und wurden von Hausherrn Karl Gschwender und seinem Team herzlich zum „vorgezogenen Oktoberfest" willkommen geheißen.

 

Trotz Schwierigkeiten: Der gute Wille ist da

Dienstag, 18 September 2012

Zu einem Treffen deutscher und tschechischer JournalistInnen hatte die Vereinigung westböhmischer Journalisten in Zusammenarbeit mit der Region Pilsen und dem Centrum Bavaria Bohemia nach Schönsee in der Oberpfalz eingeladen. Das Treffen wurde in Schönsee eröffnet und nach einer intensiven Diskussion gegen Abend dann nach Pilsen verlagert, wo es am folgenden Tag fortgesetzt wurde.

Ziel der Veranstaltung war der gegenseitig Austausch mit grenzübergreifender Zusammenarbeit zwischen den beiden Regionen. Daher zeigte sich der Organisator dieser Veranstaltung Vaclav Viala, der Sekretär der Vereinigung der Journalisten im Pilsner und Karlsbader Bezirk, sehr erfreut über den regen Zuspruch und die aktive Beteiligung bei diesem Treffen. Auch Vaclav Vrbik, Mitarbeiter des Pilsner Bezirks am CeBB in Schönsee, begrüßte das große Interesse der Medienvertreter aus beiden Ländern an den grenzübergreifenden Arbeiten der Einrichtung in Schönsee.

 

Das Grenzmuseum ist jetzt auch „bayerisch”

Montag, 10 September 2012

Vielen ist der Grenzübergang Schirnding/Pomezin von langen Wartezeiten oder Abfertigungsschlangen her vielleicht nicht gerade in bester Erinnerung, doch diese „gute, alten Zeiten“ gehören schon längst der Vergangenheit an. Zwischenzeitlich sind auch hier die Straßenabfertigungsanlagen von Grenzpolizei und Zoll auf beiden Seiten abgebaut worden und aus den Blicken verschwunden. Lediglich eine kurzstreckige Geschwindigkeitsbegrenzung sind hier beiderseits die einzige Einschränkung für eilige Motoristen. – Für Fußgänger oder Radfahrer besitzen sie allerdings kaum Relevanz.