Gesund durch Kräfte aus dem Inneren der Erde

Ursachen und Wirkung im Dreiländereck Ostbayern-Vogtland-Westböhmen

Ressorts: Bayern, Tschechien, Gesundheit, Umweltbildung, Region, Umwelt

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Autor

Karl W. Schubsky

DATUM

Montag, 29 August 2011 11:39

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Sie bewegen sich auf „dünnem Eis", die Bewohner des Fichtelgebirges, Erzgebirges, Kaiserwaldes und des Oberpfälzer Waldes und eben besonders die im tiefer gelegenen Eger-Graben in Westböhmen, da sie eigentlich den Naturgewalten nichts entgegenzusetzen haben und beinahe machtlos ihren Kräften gegenüberstehen. Erst jüngst haben diese Naturgewalten auch wieder einmal in dieser scheinbar ruhigen „Unruheregion" ihre Muskeln spielen lassen, indem sie die hier lebenden Menschen, dabei auf Grenzen oder Nationalitäten keinerlei Rücksicht nehmend, ins Zittern und Wanken gebracht hat. Erdbeben!

 

Über die weltweiten Medien sind beinahe täglich überall auf der Welt Katastrophen vernehmbar, sei es in Japan, der Karibik oder den Vereinigten Staaten. Aber diese betreffen ja alle weder Bayern, Sachsen noch Tschechen – und von einem Tsunami hat noch niemand im Westböhmischen Bäderdreieck etwas vernommen. Trotzdem zeigt die Natur auch hier immer wieder ihre Macht, die sie zwar im Zaume hält, sie aber trotzdem immer wieder einmal demonstriert - um nicht zu vergessen. Zwar haben sich die Menschen in der gesamten Euregio Egrensis damit arrangiert, leben mit der latenten Gefahr und ziehen sogar ihren Vorteil und Nutzen aus den ständig vorhandenen, schlummernden und scheinbar gebändigten Naturkräften. Sichtbar sind sie aber trotzdem und sie kommen besonders in den Kurbädern der gesamten Region zum Ausdruck, sei es in den bekannten und weniger bekannteren Kurorten wie Bad Brambach, Franzensbad, Karlsbad, Neualbenreuth-Sybillenbad, Bad Königswart, Marienbad oder Konstatinsbad. Überall hier – in und um den Eger-Graben herum – kommt es aus dem Erdinnern zischend, brodelnd oder sprudelnd heraus, versorgt die Menschen mit Wohlstand, versetzt sie aber immer wieder einmal in Angst und Schrecken, eben damit sie nicht vergessen.

Im gesamten Großraum, der sich grenzübergreifend heutzutage „Euregio Egrensis" nennt, finden sich überall verteilt die Spuren der Unterwelt, in einigen mehr, in anderen wiederum weniger. Die größte sichtbare Ansammlung ist das. „Westböhmische Bäderdreieck", wohin seit Jahrhunderten Menschen kommen, um gesundheitlich von den Kräften aus dem Erdinnern zu profitieren. Diese wurden besonders in den drei berühmtesten Badorten Franzensbad, Karlsbad und Marienbad an der Oberfläche „kanalisiert", was bedeutet, dass in diesen Städten im Laufe der Zeit eine Reihe von Badeeinrichtungen für Trink- oder Badekuren entstanden sind. In diesen Städten setzt man die Naturkräfte als Mittel zum Zweck ein, nämlich der Erhaltung oder Wiederherstellung der Gesundheit. Es sind unterschiedliche Wasser mit verschiedenen Wirkungen. Sie werden als Quellen oder Brunnen, im Volksmund auch als „Säuerlinge" bezeichnet. Säuerling dann, wenn sie einfach und meist ungefasst aus der Erde heraustreten. Ein besonderer Ausdruck der Erdaktivitäten ist in der Soos bei Franzensbad zu beobachten, wo die Quellen als kalte Geysire blubbernd in unterschiedlichen Intensitäten zu Tage treten, abhängig von der Jahrezeit und dem Grundwasserstand. In diesem Moorgebiet tritt offen zu Tage, was in den Kurorten dem Augen zumeist verborgen bleibt.

Die Region lebt mit von der Unruhe im Erdinnern. Hier haben sich kaum ungebändigte Naturkräfte Ventile gesucht haben, um „harmlos" an die Oberfläche zu kommen. Aber, wehe wenn sie losgelassen, dann können sie sich als Erdbeben vehement auch bemerkbar machen.

 

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