Das Bayerische Fernsehen berichtet

„Traumschloss im Wald der Freiherrn Poschinger von Frauenau“

Ressorts: Bayern, Niederbayern, Gesellschaft, Aktuelle Themen, Region, Kultur, Hintergrund

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Dienstag, 09 Juli 2013 01:59

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Am kommenden Mittwoch, 10. Juli, wird das Bayerische Fernsehen in der Abendschau (BR Der Süden) ab 17.30 Uhr über das neue Buch „Traumschloss im Wald der Freiherrn Poschinger von Frauenau" von Autorin Marita Haller berichten, das der Verlag edition Lichtland in Freyung demnächst herausgeben wird. Redakteurin Beatrix Ziegler war dafür vergangenen Samstag mit dem Drehteam in Frauenau. Gedreht wurde im Laden „Der Glasbaron" der Kristallglasmanufaktur von Poschinger und auf dem Schlossplatz in Oberfrauenau, auf dem heute nur noch die Kapelle der ehemaligen Schlossanlage und eine neue Informationstafel auf das ehemalige Prunkschloss im Baustil der Neurenaissance hinweisen.

 

Bei der Aufzeichnung mitgewirkt haben Hausherr Stephan Freiherr Poschinger, Josef Sedlmeier (unter seinem Kommando wurde 1959 das Schloss abgebrochen), Marianne Ruderer (Heimatvertriebene, die als Kind noch auf dem Schloss gewohnt hat und auch im Buch zu Wort kommt), Franz Kerschbaum (Zeitzeuge), Autorin Marita Haller, Hannelore Hopfer, Verlegerin edition Lichtland und Iveta Friedrich – letztere Damen spielen eine Szene in historischen Gewändern und trinken im Film aus historischen Gläsern aus dem Schloss.

Georg Benedikt II. von Poschinger ließ das Schloss von 1875 bis 1884 in mühevoller Arbeit und durch namhafte Fachleute auf dem Rachelhang errichten. Architekt Albert Schmid aus München und Maler Ludwig Lesker waren zum Beispiel auch an den Schlössern des Märchenkönigs Ludwig II. beteiligt. Carl von Effner hatte dazu den wunderbaren Schlosspark in Oberfrauenau angelegt.

König Ludwig III. und der Sachsenkönig Friedrich August waren zusammen mit vielen weiteren Adeligen auf dem Schloss zu Gast. Das Prunkschloss war ein Symbol der Freiherrn Poschinger für äußerst erfolgreiches Wirtschaften im Bayerischen Wald, doch es wurde zum Opfer der schlimmen Zeit nach dem 2. Weltkrieg: Die Freiherrn wurden aus ihrem Besitz vertrieben. Besatzungsmacht und später Heimatvertriebene zogen ein. Für Letztere war es eine Lebenserfahrung, die einerseits durch die Not der Nachkriegszeit, aber auch durch die Einmaligkeit geprägt war, in einem solchen Prachtgebäude wohnen zu können. Einige von Ihnen, die als Kinder auf dem Schloss gelebt haben, kommen im Buch zu Wort.

1959 war das Abtragen des Schlosses durch Gebirgspioniere aus Degerndorf bei Rosenheim und die Sprengung des großen Turms ein Akt der Not, denn selbst der Freistaat Bayern wollte das Schloss weder übernehmen, noch erhalten. Aus heutiger Sicht unverstellbar. mh

 

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