Ausstellung im Oberplaner Adalbert-Stifter-Zentrum

„SIE WAREN NIE GANZ FORT – DIE IGLAUER DEUTSCHEN“

Ressorts: Tschechien, Kultur, Ausstellung

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Dienstag, 07 April 2015 18:09

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Am 27.03.2015 wurde im Adalbert-Stifter-Zentrum in Oberplan im Böhmerwald die zweisprachige Ausstellung „Sie waren nie ganz fort – Die Iglauer Deutschen" eröffnet. Die Ausstellung, die be-reits in Iglau und Heidenheim an der Brenz, der Patenstadt der vertriebenen Iglauer, zu sehen war, ist eine Gemeinschaftsarbeit des deutsch-tschechischen Vereins „Gustav-Mahler-Haus" mit Sitz in Iglau, der Stadt Iglau (Jihlava), der Stadt Heidenheim und der „Gemeinschaft Iglauer Sprachinsel", dem Zusammenschluß der vertriebenen deutschen Iglauer.

 

Die Iglauer Sprachinsel an der böhmisch-mährischen Grenze entstand durch die Ansiedlung deut-scher Bergleute, Bauern und Handwerker im 12./13. Jahrhundert und umfaßte bis zur Vertreibung eines Großteils ihrer deutschen Bewohner im Jahr 1945 neben der Stadt Iglau 75 deutsche Dörfer. Die Ausstellung beschreibt die Entstehung und Entwicklung der Stadt Iglau, geht auf die Entste-hung des Nationalismus im 19. Jahrhundert ein und zeigt insbesondere die schrecklichen Entwick-lungen des 20. Jahrhunderts auf. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei auch dem Schicksal der deutschen Iglauer in der Bundesrepublik Deutschland.

Seit der politischen Wende entstanden enge Kontakte zwischen den vertriebenen Iglauern und der Stadt Iglau und eine gute Zusammenarbeit auf vielen Gebieten. Neben einem Regionalverband der heimatverbliebenen Deutschen in Iglau entstand auch der deutsch-tschechische Verein Gustav-Mahler-Haus, der inzwischen zahlreiche gemeinsame Projekte verwirklicht, darunter diese Ausstel-lung.

Bei der Eröffnung im Adalbert-Stifter-Zentrum sprachen u.a. Iglaus Vizebürgermeister Milan Kolář und Peter Tenschert, der Vorsitzende der „Gemeinschaft Iglauer Sprachinsel" in Deutschland. Chri-stoph Schmidt, der deutsche Vorsitzende des Vereins Gustav-Mahler-Haus, bedankte sich für die Aufnahme der Ausstellung im Adalbert-Stifter-Zentrum und betonte, sich schon auf weitere ge-meinsame Projekte mit den Iglauer Freunden zu freuen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 28. Mai 2015 geöffnet, der Eintritt ist frei.

 

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