Was macht Fortbildung für Lehrkräfte effektiv?

Schulentwicklungstag für Unterstützer

Ressorts: Schule und Studium, Ausbildung und Arbeitswelt, Gesellschaft

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Freitag, 16 März 2012 11:30

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Zum 10. regionalen Schulentwicklungstag, der am 10.03.2012 in der Stadthalle Dingolfing stattfand, durfte der Schulentwicklungsberater für Niederbayern, Franz Schneider, neben dem 1. Bürgermeister von Dingolfing, Josef Pellkofer, den Vertretern der Schulaufsicht aller Schularten sowie von der Universität Kassel den Hauptreferenten des Vormittages, Herrn Prof. Dr. Frank Lipowsky, begrüßen. Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgte die Schulband der Realschule Dingolfing.

 

Über 250 Teilnehmer (Multiplikatoren, Referenten, Moderatoren, Fachberater und Fachmitarbeiter) aller Schularten waren der Einladung gefolgt und konnten sich von einem Experten, der sich seit langem mit der Frage von Qualitätskriterien effektiver und nachhaltiger Fortbildung und Unterstützung befasst, aus erster Hand informieren lassen.

Der Fortbildungserfolg, so der Referent, hängt zusammen mit einer Erweiterung des Wissens und der Motivation der Lehrkräfte, einer Veränderung des Lehrerhandelns - der Unterrichtsqualität - sowie einer Beeinflussung der SchülerInnen (Leistungen, Motivation u.a.).

Elemente wirksamer Fortbildungen sind aus empirischer Sicht der Zeitfaktor als notwendige Voraussetzung für das Lernen der Lehrkräfte.

Für den Unterricht sollte dann eine Verschränkung von Input-, Erprobungs- und Reflexionsphasen angestrebt werden, damit die Lehrkräfte die Wirkung ihres eigenen Handelns erleben können. Kernkomponenten müssen aber fachliche Verstehens- und Lernprozesse der SchülerInnen sein, sowie die Förderung eines fachdidaktischen und diagnostischen Lehrerwissens.

Lehrer- und Unterrichtsforschung sollten sich daher an Merkmalen eines lernwirksamen Unterrichts orientieren.

Fortbildungsreferenten sollten den diagnostischen Blick der Lehrkräfte für die Lern- und Verstehensprozesse der SchülerInnen schulen und den Lehrkräften bewusst machen, wie ihr unterrichtliches Handeln und das Lernen der SchülerInnen aufeinander bezogen sind.

Zu den beruflichen Anforderungen von Lehrkräften gehört, dass sie komplexe Situationen (mehrdimensional, simultan, nichtvorhersehbar) meistern können. Daneben unterliegen sie einem permanenten Entscheidungs- und

Handlungsdruck, einer Vielzahl von „ill-defined problems": ungeklärten Problemen und unvermeidlichen Zielkonflikten, für deren Bewältigung eine

adaptive Expertise und kein rezeptologisch anwendbares Wissen erforderlich ist.

Am Nachmittag konnten sich die Unterstützergruppen schulartspezifisch weiter mit den Thesen des Vormittags auseinandersetzen; darüber hinaus wurden in Infoshops spezifische Fragestellungen zu diesem Thema referiert, moderiert und diskutiert. Ein wichtiges Ziel dabei ist die Vernetzung der niederbayerischen Unterstützergruppen für die einzelnen Schularten und darüber hinaus. Damit soll die Arbeit dieser Fachgruppen erleichtert werden, mit dem Ziel, eine für alle Seiten effektive, ressourcenorientierte, zielscharfe und unterstützende Begleitung, Beratung und Fortbildung weiter auszubauen.

Text und Foto: W. Kohl

 

Quelle(n)

Reg. Niederbay.-Pressestelle

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