Rezept für die heimische Küche:

Böhmische Liwanzen

Ressorts: Gesellschaft, Essen und Trinken

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Autor

Karl W. Schubsky

DATUM

Samstag, 16 Juli 2011 13:12

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Schlagworte

Heimische Küche

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Vielen bekannt, von vielen gegessen, meistens kann sie aber niemand mehr selbst herstellen, die „Böhmischen Liwanzen" in ihren zahlreichen Variationen. Ob mit Powidl oder mit Mohnparfait, um nur zwei Varianten hier aufzuzählen, gehören sie zu den Leckereien, die die böhmische Küche zu bieten hat.

Die böhmische Küche gelangt in Vieler Munde. Allerdings ist sie nicht unbedingt etwas für „Schlankheitsfanatiker", da sie sich zumeist aus deftigen Hintergründen – sprich Zutaten – zusammensetzt. Vor allem schlägt sie besonders bei süßen Nachspeisen schwer zu Buche bzw. auf die Taille.

Küchenschürze umgebunden und jetzt kommt die Arbeit. Dabei wird angewärmte Milch in einen hohen Topf gegossen (oder gleich in diesem angewärmt) und mit Mehl, Eiern, Zucker, Salz und der zerbröckelten Hefe zu einem flüssigen Teig verquirlt. Man lässt den Teig zugedeckt etwa eine halbe Stunde an einem warmen Ofen stehen. Wenn er Blasen bildet und im Topf deutlich gestiegen ist, erhitzt man in einer Liwanzenform (oder einer Spiegeleierform) das Ausbackfett und gießt in jede Vertiefung einen Schöpflöffel voll Teig (ungefähr einen Zentimeter hoch). Ist die Unterseite gebräunt, wendet man die Liwanzen und bäckt sie auch auf der anderen Seite goldgelb.

Gegessen werden sie noch warm mit zerlassener Butter und einer Mischung aus Zucker und Zimtpulver, die darauf gestreut wird, mit Powidl (Pflaumenmus) oder mit Mohn – in Böhmen eigentlich ein Mohnbrei, der mit Milch gekocht und in einer Tonschüssel (dem „Mouschorb") so lange mittels einer Holzkeule gerieben wird, bis die Masse ganz glatt und geschmeidig ist. Mit einem Topf Kaffee bildeten die Liwanzen im Böhmischen ein beliebtes Freitagmittagessen.

Die Zutaten für die Produktion:

¾l lauwarme Milch,

300 g Gerstenmehl – oder Weizenmehl Typ 405,

2 Eier,

1 EL Zucker,

1 Prise Salz,

20 g Hefe,

Fett zum Ausbacken.

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Karl W. Schubsky

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