Oberösterreichischer Landtagspräsident wirbt auf Ostbayernreise für Europaregion Donau-Moldau und trifft Niederbayerischen Bezirkstagspräsident zum Erfahrungsaustausch

Nicht nur „wohnen“ sondern „leben“- Chancen für den ländlichen Raum

Ressorts: Oberösterreich, Niederbayern, Österreich, Europa, Politik, Region

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Montag, 27 April 2015 10:21

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Bezirkstagspräsident Dr. Heinrich begrüßte die Gäste aus Österreich auf ihrer ersten Station durch Ostbayern an einem niederbayerischen Vorzeigeprojekt, dem Institut für Hörgeschädigte in Straubing. Der dortige Direktor Geisperger führte die Besuchern, darunter auch den Vorsitzenden der Euregio Bayerischer Wald Landrat Sebastian Gruber, die oberösterreichische Landtagsabgeordnete und Obfrau der Euregio Mühlviertel Frau Gabi Lackner- Strauss, sowie die niederbayerischen Vertreter der Europaregion Donau-Moldau (EDM) durch die Räume. Zwei Schulen finden sich hier unter einem Dach: Grund- und Mittelschule mit den Förderschwerpunkten Hören und Sprache.

 

In der Grundschule werden hörgeschädigte Schüler in den unterschiedlichen Sprachlerngruppen unterrichtet, so besuchen z.B. in Gruppe 1 hörgeschädigte und normal hörende Schüler gemeinsam den Unterricht.

Der Grundschullehrplan der Regelschule wird in vier Jahren erfüllt und ermöglicht bei entsprechenden schulischen Leistungen den Übertritt an weiterführende Schulen, wobei sich der Lehrplan an die Lernziele und Fächer der allgemeinen Grundschule anlehnt. Er fördert darüber hinaus die individuelle Sprech- und Sprachentwicklung durch einen konsequenten Sprachaufbau.

Die Mittelschule des Instituts führt zu allen Qualifikationen und Abschlüssen einer allgemeinen Mittelschule. Vielfältige behinderungsspezifische Unterrichtsmethoden sowie eine spezielle technische und raumakustische Ausstattung ermöglichen es, die Schülerinnen und Schüler individuell zu fördern. Zentrales Anliegen ist das Erlangen kommunikativer Kompetenz mit dem Ziel der sozialen und beruflichen Integration.

Im Rahmen einer systematischen Begleitung auf dem Weg ins Berufsleben werden Neigungen und Chancen der Jugendlichen gemeinsam mit den Eltern ausgelotet. Die Klassenlehrkräfte bereiten im Unterricht intensiv auf ein Betriebspraktikum vor und betreuen die Jugendlichen am Praktikumsplatz.

Sichtlich beeindruckt von den angebotenen Möglichkeiten, ging es für die Besucher weiter durch das Förderzentrum und dem angeschlossenen Internat.

Dr. Heinrich stellte im Gespräch gleich zu Anfang deutlich heraus, dass Oberösterreich ein gutes Beispiel für die Entwicklung des ländlichen Raumes für Niederbayern darstellt. Als Modellprojekt nannte er dabei die FH Hagenberg mit dazugehörigem Wirtschaftspark, der auch zahlreiche IT-Unternehmen und Forschungsinstitute beheimatet und so Ausbildung, Forschung und Wirtschaft im Bereich Informatik und Medizintechnik in einzigartiger Weise verbindet. Nicht umsonst wird Hagenberg auch das "Silicon Valley Österreichs" genannt. Da sich der ländliche Raum jeden Tag von neuem behaupten muss, ist es wichtig, Retentionsräume zu schaffen, das bedeutet, hier lebende Mitarbeiter von Unternehmen und Firmen dauerhaft an die Region zu binden. Die Ansiedelung von solchen Wirtschaftsparks hat zwei Vorteile: einerseits entlastet man den urbanen Raum, der bekanntlich immer voller wird, gleichzeitig gewinnt der ländliche Raum an Lebensqualität durch Schaffung von Arbeitsplätzen und dazugehöriger Infrastruktur.

„Nicht nur hier wohnen, sondern auch leben" lautet dabei die Devise.

Im Verbund der Europaregion Donau-Moldau könne man sich solche Ansiedelungen auch in Niederbayern vorstellen, es gibt bereits Projekte, auch über die Landesgrenzen hinaus und die in Zusammenarbeit viel besser funktionieren. „In Sachen Wettbewerb und Stärkung des ländlichen Raumes ist die EDM bereits spürbar bei den Metropolregionen angekommen", so Heinrich „die Entfernung des Bayerischen Waldes nach München wird immer thematisiert, man fühlt sich weit ab vom Schuss, aber wenn man den Blick nach Osten richtet, so ist Ostbayern von der Randregion in zentrale Position innerhalb der EDM gerückt. Auch die beiden Landesgrenzen zu Österreich und Tschechien sind dabei kein Nachteil, sondern Vorteil", ergänzt Landrat Gruber weiter.

Dafür spielt die 2012 als internationale politische Arbeitsgemeinschaft gegründete EDM eine wichtige Plattform für den Austausch und die Vernetzung.

Das Zusammenwachsen der Grenzregion ist bereits vollzogen, jetzt heißt es „Bessermachen". Neben Niederbayern mit dem Landkreis Altötting und der Oberpfalz sind Oberösterreich, das niederösterreichische Most- und Waldviertel sowie die tschechischen Regionen Pilsen, Südböhmen und Vysočina Mitglieder.

Die Gemeinsamkeiten und Stärken der sieben Partnerregionen sind die Basis für die trilaterale Zusammenarbeit in der EDM. Insbesondere die Lage im Brennpunkt der vier Metropolregionen Wien-Bratislava, Prag, München und Nürnberg bietet großes Potenzial zur weiteren Stärkung dieses attraktiven Lebens- und Wirtschaftsraumes, zum Ausbau der Zusammenarbeit von Universitäten und Schulen im Forschungs- und Bildungsbereich sowie zur Schaffung attraktiver Arbeitsplätze.

Auch als Landtagspräsident ist Viktor Sigl die Internationalisierung und insbesondere die Zusammenarbeit zwischen den Regionen Europas ein großes Anliegen. „Europa braucht einen festen Platz in unserem Herzen. Dafür müssen der Europäische Gedanke und die Vorteile der Europäischen Union noch greifbarer gemacht werden. Die Europaregion Donau-Moldau ist eine hervorragende Plattform, um Europa anhand von konkreten Projekten zu leben", ist Sigl überzeugt.

Die EDM strebt dabei große Projektziele mit langfristiger Bedeutung an. Aktuelle Projekte sind u.a. eine virtuelle Kompetenzlandkarte in der alle Akteure, Forschungseinrichtungen, Hochschulen, Cluster, etc. für Interessenten abrufbar werden; eine Energiesystemanalyse der einzelnen Regionen sowie die Neuauflage des Hochschulführers aus der Arbeitsgruppe Hochschulkooperationen. Dass Ergebnisse auch mal länger dauern können, bis diese offensichtlich werden, muss man dabei in Kauf nehmen. Es gibt für alles Gegner, diese heißt es zu überzeugen -„man muss verliebt sein in die Idee des Gelingens – geht ned gibt's ned" sind sich am Ende des Gesprächs alle einig. Danach ging es für die Delegation weiter nach Cham zum Oberpfälzer Bezirkstagspräsidenten Franz Löffler.

 

Bild v.l.n.r.: Romana Sadravetz, EDM Geschäftsstelle Linz; Dr. Olaf Heinrich, Bezirkstagspräsident und Vorsitzender des Trägervereins der EDM in Niederbayern;

Sebastian Gruber, Landrat FRG und Vorsitzender EUREGIO Bayerischer Wald; KommR Viktor Sigl, Landtagspräsident Oberösterreich; Gabi Lackner- Strauss, Vorsitzende EUREGIO Mühlviertel; Kaspar Sammer, Geschäftsführer der EUREGIO Bayerischer Wald und der EDM; Barbara Daferner, Projektmanagerin EDM in Niederbayern

 

Quelle(n)

Europaregion Donau-Moldau e.V.

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