Oberpfälzer Wissensplattform der Europaregion Donau-Moldau stellt erste Projektansätze im Bereich „Forschung und Innovation“ vor

Mehr Vernetzung wagen

Ressorts: Oberösterreich, Bayern, Oberpfalz, Niederbayern, Wissenschaft, Österreich, Region

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Montag, 01 Juli 2013 17:35

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Bereits zum zweiten Mal hat am Dienstag die Wissensplattform „Forschung und Innovation" der Europaregion Donau-Moldau (EDM) getagt. Im Ergebnis konnten die 30 Teilnehmer, die sich am Campus der Fachhochschule im oberösterreichischen Wels zum fachlichen Austausch eingefunden hatten, erste gemeinsame Projektvorschläge präsentieren.

Professor Dr. Christine Schiller-Ripota, stellvertretende Leiterin des Kollegiums der Fachhochschule Oberösterreich, und Professor Dr. Alexander Jäger, Vizedekan der Fakultät für Technik und Umweltwissenschaften, hießen die Gäste aus den sieben Teilregionen der EDM in Wels willkommen. „Ich freue mich, dass es die Initiative der Europaregion gibt und dass die Grenzen auch auf der wissenschaftlichen Ebene weiter geöffnet werden", so Schiller-Ripota. Dass der FH-Campus in Wels die richtige Atmosphäre für den Austausch der Experten bot, verdeutlichte Jäger anhand eindrucksvoller Werte: Die Fachhochschule Oberösterreich hat mit 14 Millionen Euro aktuell den höchsten Forschungs- und Entwicklungsumsatz im gesamten deutschsprachigen Raum.

 

Eva Birner, Themenmanagerin der Wissensplattform Forschung und Innovation, und Markus Meinke, Projektkoordinator der Europaregion für die Oberpfalz, informierten die Experten über die Möglichkeiten zur Projektfinanzierung innerhalb der EU-Programme und legten gemeinsam mit diesen die Arbeitsschwerpunkte für die kommenden Jahre fest. Oberste Priorität wird hierbei dem Ausbau des Netzwerkes Wissenschaft und Wirtschaft, der Erstellung einer Landkarte der Forschungs- und Innovationskooperationen innerhalb der Europaregion und dem Erreichen eines höheren Investitionszuflusses in die Forschung und Entwicklung beigemessen. Dr. Radek Novotný vom Forschungsinstitut für Jagd- und Forstwirtschaft in Jíloviště (Vysočina) betonte zudem, dass die Europaregion Donau-Moldau vor allem einen Raum für Partner bilden sollte, die zusammenarbeiten wollen und verwies darauf, dass mehr Vernetzung gewagt werden müsse. Einig waren sich die Experten auch, dass die zeitnahe Realisierung von gemeinsamen Forschungsprojekten einen zentralen Bestandteil ihrer weiteren Tätigkeit bildet.

Dass entsprechendes Projektpotential bereits vorhanden ist und Raum für weitere Vernetzungen besteht, zeigten die Ergebnisse der Arbeitsgruppen auf, in denen sich die Experten berieten. So ergaben sich gleich mehrere Ansätze für innovative grenzüberschreitende Kooperationen:

● Professor Otomar Linhart von der Fakultät für Fischerei und Gewässerschutz der Südböhmischen Universität in České Budějovice will trinationale Projekte im Bereich des Gewässermonitorings und des Fischwesens konzipieren und hat hierfür bereits in der kommenden Woche erste Treffen mit Partnern aus den österreichischen und bayerischen Mitgliedsregionen der EDM arrangiert.

● Professor Norbert Müller von der Johannes-Kepler-Universität in Linz strebt eine Ausweitung der Forschungsinfrastruktur durch die gemeinsame Anschaffung eines Transmissionselektronen-mikroskops und die Umsetzung einer grenzüberschreitenden Doktorandenausbildung an.

● Alexander Kaufmann vom Land Niederösterreich präsentierte den Projektansatz „Dream", in dessen Rahmen ein Forschungsschiff zur Verbesserung des Flussmanagements und mehrere Feldmessstationen entlang der Donau eingerichtet werden sollen.

Eva Birner und Markus Meinke brachten darüber hinaus drei weitere Projektvorschläge in die Diskussion ein, die teils extern an die Wissensplattform herangetragen worden waren. So bietet das cluster-orientierte regionale Informationssystem CORIS eine Software-Lösung an, mit der Innovationslandkarten für die Europaregion und Projekt-Übersichten erstellt werden können. Das Berufsschulzentrum Wiesau (Fachbereich Metall) möchte sich mit Hochschulen in Österreich und der Tschechischen Republik vernetzen, um bereits in der Ausbildung von jungen Menschen das Bewusstsein für Innovationen zu schaffen. Und die in Bayern und Österreich bestehenden Innovationsgutscheine, mit denen die Zusammenarbeit zwischen kleineren Unternehmen und Forschungseinrichtungen gefördert wird, sollen künftig in den Mitgliedsländern der EDM besser gegenseitig anerkannt werden, um die Innovationskraft zu steigern.

Die nächste Sitzung der Wissensplattform „Forschung und Innovation" findet im Herbst dieses Jahres in einer der tschechischen Mitgliedsregionen statt. Bis dahin sollen bereits erste Projektergebnisse aufgezeigt werden.

 

Quelle(n)

Bezirk Oberpfalz/Pressest.

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