Mediziner warnen vor der neuen Partydroge Koffeinpulver

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Donnerstag, 01 März 2012 14:09

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. Unter Jugendlichen im bayerisch-innviertlerischen Grenzgebiet macht ein neuer „Muntermacher" die Runde: Koffeinpulver. Die Substanz wird geschnupft und ist gefährlich.

Cola und Energydrinks reichen nicht mehr, Koffein muss es sein. Aber nicht in verflüssigter Form im Kaffee, sondern als Pulver. So wirkt es aufputschend, vermindert das Schlafbedürfnis und ist in den Augen von offenbar immer mehr jungen Leuten genau das Richtige, um möglichst lange auf Partys feiern zu können. Der Umstand, dass sowohl das Koffeinpulver als auch Koffeintabletten relativ leicht erhältlich sind, fördert diesen Trend noch.

 

Was das Schnupfen, also die nasale Einnahme von Koffein in Pulverform so gefährlich macht, ist der Umstand, dass es auf diese Art viel stärker wirkt. Mediziner dies- und jenseits der Grenze warnen.

„Das Koffeinschnupfen ist mir bekannt. Nicht minder gefährlich ist aber auch das Schnüffeln von Gas und die Internetsucht", sagt ein bekannter Arzt aus dem Bezirk Braunau, der es vorzieht, anonym zu bleiben.

Schnäuzen hilft gar nichts

Das Schnupfen von Koffeinpulver reize die Nasenschleimhäute, verenge die Gefäße und erhöhe selbstverständlich den Blutdruck. Außerdem kann es die Gänge verlegen. Je jünger die „Schnupfer" seien, desto gefährlicher sei es, „denn mitunter ist der Schädelknochen noch gar nicht ganz ausgewachsen", gibt der erfahrene Innviertler Mediziner zusätzlich zu bedenken.

Obendrein würden Krankheitserreger bei gereizten Schleimhäuten viel einfacher über die Nase in den Körper gelangen. Sowohl die Infektionsgefahr steige an als auch die Gefahr der Bildung von Karzinomen. „Zu glauben, dass durch ganz normales Schnäuzen der ganze Dreck wieder weggehe, ist ein großer Irrtum."

Gewarnt wird auch vor möglichen Auswirkungen auf die Psyche bei häufigerer Einnahme von Koffeinpulver. Im Klinikum Passau sollen schon mehrere jugendliche Koffeinschnupfer behandelt worden sein, die unter Herzrhythmusstörungen und Herzrasen litten.

Synthetische Droge

Auch eine synthetische Droge bereitet Sorgen im innviertlerisch-bayerischen Grenzgebiet. Insbesondere der bayerische Raum soll von Crystal Speed momentan regelrecht überschwemmt werden.

Die brisante Substanz soll aus Tschechien stammen, wo sie angeblich in kleinen „Gift-Küchen" produziert wird. Dem Vernehmen nach soll Crystal Speed schon zur Alltagsdroge in Niederbayern geworden sein.

Das Methamphetamin soll besonders rasch abhängig und süchtig machen und den Körper des Konsumenten zerstören. Laut Experten lässt sich die Droge mit geringem Aufwand herstellen, einige chemische Grundkenntnisse sollen reichen.

 

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