Der tschechische Präsident drängt auf Ausbau der Verkehrsinfrastruktur.

Klaus: "Fahrt von Prag nach Linz wie vor 20 Jahren"

Ressorts: Auto und Verkehr, Österreich, Tschechien, Politik, Umwelt

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Donnerstag, 27 Oktober 2011 13:59

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Der tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus hat bei einem Besuch in Linz die guten bilateralen Beziehungen zwischen Prag und Wien betont. Diese seien stärker als jene zwischen Tschechien und der Slowakei, obwohl diese bis 1993 in einem gemeinsamen Staat verbunden waren, sagte Klaus. "Mittlerweile pflegt Tschechien mehr Kontakte zu Österreich als zur Slowakei", wurde Klaus in einer Aussendung zitiert.

Demnach zeigte Klaus auch Verständnis für die Befürchtungen, die es in Österreich wegen der Kernkraft gibt. Zu Mittag hatte rund ein Dutzend Atomgegner versammelt, um gegen die AKW-freundliche Haltung des konservativen tschechischen Politikers zu protestieren. Der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) sprach bei einem Treffen mit Klaus auch die beiden Reizthemen Temelin und Benes-Dekrete an.

Klaus nannte vor allem die Verkehrsinfrastruktur zwischen Oberösterreich und Tschechien als Herausforderung. "Ich glaube, die Fahrt von Prag nach Linz dauert noch genauso lange wie vor zwanzig Jahren. Hier müssen wir schnell etwas unternehmen", sagte er.

Bei einer Podiumsdiskussion an der Johannes Kepler Universität am Nachmittag fand Klaus klare Worte zur aktuellen Situation in Europa. "Die Herausforderungen von heute unterscheiden sich wesentlich von denen im Jahr 1989. Aber sie sind nicht einfacher." Europa stehe vor schweren und unangenehmen Entscheidungen, die aber bald getroffen werden müssen. Klaus konstatierte eine "Krise der europäischen Integration" und sprach sich für eine "Rückkehr zur Demokratie in Europa" aus.

 

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