Informationszentrum über den „Wald“ in Pilsen

Ressorts: Städte, Tschechien, Hintergrund, Reisen, Tourismus

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Autor

Karl W. Schubsky

DATUM

Sonntag, 11 März 2012 13:12

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Normalerweise findet man eigentlich in Deutschland die tschechischen Informationsbüros für Tourismus. Das Tourismuszentrum in Regen geht in die andere Richtung und zäumt das Pferd quasi von hinten auf

Klein, überschaubar und schon irgendwie anheimelnd stellt sich das Informationszentrum in der Pilsener Martinská 303/9 der tschechischen Öffentlichkeit vor, in einer verkehrsberuhigten Seitenstraße gelegen, knapp außerhalb des Stadtzentrums, nahe beim Westböhmischen Museum. Einmal den anderen Weg gehen, das wird hier in Pilsen aktiv praktiziert, um auch einmal bei tschechischen Touristen für einen Aufenthalt im Bayerischen Wald zu werben.

 

Die Leitung des Pilsener Infozentrums liegt seit 2011 in den Händen von Jitka Staňková. Ihr und zwei weiteren Aushilfskräften geht der es vor allem darum, den tschechischen Nachbarn die Furcht vor den Nachbarn im Bayerischen Wald zu nehmen, die vor allem auf mangelnden Sprachkenntnissen basiert. Als echte Pilsenerin ist Frau Staňková natürlich mit der Mentalität ihrer Mitbürger bestens vertraut und versteht es daher wohl, Ängste abzubauen und Schneisen in den „Wald" zu schlagen.

Als „Köder" dienen ihr dabei die zahlreichen kostenlosen Broschüren und das ganze Werbematerial, das ein gut sortiertes Infozentrum eben so ausgezeichnet - natürlich besonders in tschechischer Sprache, aber nicht nur in der. Eine zahlreiche Laufkundschaft zeigt, dass die Einrichtung von der Pilsener Bevölkerung gut angenommen wird, wofür auch regelmäßig stattfindende Wettbewerbe mit Verlosungen Sorge tragen, die für das Büro die notwendige Aufmerksamkeit erheischen. Hinzu kommen Rundfunkspots, die im lokalen Radio ausgestrahlt werden, aber auch eine enge Zusammenarbeit mit den lokalen Einrichtungen, wie etwa dem Büro der Kulturhauptstadt 2015.

Auch für Tschechen gibt es eigentlich im „Westen nicht viel Neues", da die Nachbarschaft echt gelebt werden kann, seitdem lästige Grenzkontrollen abgebaut worden sind und die Tschechische Republik fest in die Europäische Union eingebunden ist. Daher bietet sich für die tschechische Grenzlandbevölkerung durchaus an, einmal eigene Wege zu gehen. Dieser Brückenschlag wird in Pilsen mit unterstützend vorbereitet, um den scheinbar „unbekannten Nachbarn" aktiv kennen zu lernen, vor allem bei der Überwindung der Angst vor der fremden bayerischen Sprache behilflich zu sein. Ein Abstecher in den Bayerischen Wald für einen Urlaub kann dabei durchaus auch Mittel zum Zweck sein.

Eine weitere Angst, die viele Tschechen im Hinterkopf herumgeht, ist das befürchtete Preisgefälle zwischen bayerwäldlerischen und böhmerwäldlerischen Unterkünften. Aber hier kann erfahrungsgemäß behauptet werden, dass im Bayerischen Wald die Übernachtungspreise gelegentlich sogar schon günstiger sind, als in manchen Hotels oder Pensionen im Böhmerwald. Und dies ist auch für viele Tschechen ein durchaus plausibles und schlagendes Argument. – Dazu ein ehrliches, da bereits selbst schon des öfteren getestet!

Die Pilsener Einrichtung, also das „Informační centrum Bavorský les – Šumava", hat seine Arbeit Ende 2008 die Arbeit aufgenommen. Sie ist ein EU-Projekt und die Zweigstelle gehört, wie ein zweites Büro in Budweis auch, zum Regionalen Kompetenzforum des Landkreises Regen im Bayerischen Wald. Ziel der Einrichtung in Regen ist eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich Tourismus, als ein Schlüssel für nachhaltige Entwicklung.

Informationszentrum Bavorský les – Šumava Plzeň / Pilsen

Martinská 303/9

301 00 Plzeň

tel./fax: +420 377 322 145

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Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr; Samstag von 9 bis 13 Uhr

 

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