Politiker für Erhalt des Arber-Weltcup

Horst Seehofer will Spitzengespräch zum Thema Arber Weltcup

Ressorts: Bayern, Niederbayern, Politik, Region, Sport

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Mittwoch, 17 August 2011 12:34

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Nach DSV-Absage an die Skiweltcup-Rennen am Arber: Politik macht sich für die Veranstaltung stark: Minister Helmut Brunner kämpft weiter mit allem Nachdruck für den Erhalt der Weltcup-Rennen.

 

Auf ein Spitzengespräch, zu dem Ministerpräsident Horst Seehofer die Verantwortlichen des DSV und die Vertreter aus dem Bayerwald einladen soll, setzt Staatsminister Helmut Brunner in seinem Kampf für den Erhalt der alpinen Weltcuprennen am Großen Arber. Der bayerische Ministerpräsident hatte sich schon unmittelbar nach Bekanntwerden der Pläne des DSV, den Arber aus dem Rennkalender der FIS zu streichen, klar zu der Veranstaltung bekannt, für die er in diesem Jahr auch die Schirmherrschaft übernommen hatte. Außerdem hatte Seehofer deutlich gemacht, dass er in dieser Frage noch Gesprächsbedarf mit dem DSV sieht.

Dessen Präsident Alfons Hörmann hat mittlerweile in einem Schreiben an Minister Brunner die Entscheidung gegen den Arber trotz der – so wörtlich – „sehr guten Kooperation mit den Bergbahnen, aber auch dem Organisationskomitee" mit externen Einflüssen und Faktoren begründet. Insbesondere die Interessen von TV-Anstalten und Sponsoren, aber auch die Erschließung neuer Märkte für den Skisport im Osten (Korea, Russland, Türkei), die zu einem harten Konkurrenzkampf um die zu vergebenden Veranstaltungen geführt habe, hätten den DSV zu dieser Entscheidung bewogen. Zudem habe der DSV zumindest bis 2014 mit dem ersten Weltcup City Event in München eine der weltweit begehrtesten und medienwirksamsten Wintersport-Veranstaltungen an Land ziehen können.

Dass nun ausgerechnet ein Skirennen auf einer 200 Meter langen „Piste" im Münchner Olympiapark zum Totengräber für den Arber-Weltcup werden soll, sei, so Brunner, für die Menschen im Bayerischen Wald nicht nachvollziehbar.

Seine Zweifel, dass sich die TV-Anstalten gegen den Arber ausgesprochen haben, sieht Brunner zwischenzeitlich mehr als bestätigt. Das diesjährige Slalomrennen sei mit 27 Sendestunden in 13 Ländern auf Rang drei aller Weltcupübertragungen gekommen. Zudem habe ihm der Stellvertretende Intendant des Bayerischen Rundfunks, Prof. Dr. Albrecht Hesse, in einem Brief mitgeteilt, dass der Bayerische Rundfunk viele Jahre federführend für die ARD aus dem Bayerischen Wald berichtet habe und dies auch in Zukunft gerne tun werde. Der Bayerische Rundfunk lege großen Wert darauf, dass sich alle Regionen Bayerns in seinem Programm wiederfinden. Daher könne der Bayerische Rundfunk auch sehr gut mit dem jährlichen Wechsel zwischen dem Damen-Weltcup am Arber und in Ofterschwang leben. „Die Übertragungskosten hielten sich an beiden Orten in etwa die Waage, sodass es für uns auch wirtschaftlich keinen Unterschied macht, aus welcher der beiden Regionen wir berichten", so Prof. Hesse, der in seinem Schreiben nochmals abschließend feststellt: "Es gibt keinen Grund, warum sich der Bayerische Rundfunk gegen Weltcup-Rennen am Arber hätte aussprechen sollen. Redaktion und Technik erinnern sich gerne an die große Gastfreundschaft in der Region und an die hohe Professionalität der Organisatoren und der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in Zwiesel".

Auch die Mär von den häufigen Absagen am Arber sei nicht haltbar, so Brunner. Laut einer Auswertung des langjährigen OK-Chefs Ernst Schneider sind in den 35 Jahren seit dem ersten Weltcuprennen am Arber „gerade zweimal zwei Rennen wegen Sturm und Nebel beziehungsweise Schneefall und Regen abgesagt" worden. Andere Weltcuporte wiesen da eine schlechtere Bilanz auf. Zum Vergleich: Am Arber wurden in den letzten zehn Jahren zwei Rennen abgesagt, in Kitzbühl und Lenzerheide mindestens vier Rennen oder Trainingsläufe, in Maribor mindestens sechs, in Val d´Isère mindestens zehn.

Und schließlich dürfe man das enorme privatwirtschaftliche Engagement der Arber-Bergbahnen mit Geschäftsführer Thomas Liebl nicht vergessen, die mit privatwirtschaftlichen Investitionen von 30 Millionen Euro in die Modernisierung des Skigebiets auch die Vorgaben der FIS nach Angaben des hauptamtlichen Zielkoordinators des Internationalen Skiverbands, Andreas Kröner „mustergültig umgesetzt haben", während andernorts zweistellige Millionenbeträge aus Mitteln der Sportförderung flossen, um dort eine alpine Ski-WM ausrichten zu können.

Zahlreiche Argumente, die der DSV anfangs gegen die Weltcuprennen am Arber vorgebracht habe, seien zwischenzeitlich wiederlegt, so Brunner. Daher sehe er noch enormen Gesprächsbedarf und habe deshalb den Ministerpräsidenten gebeten, zu einem Spitzengespräch einzuladen.

Rückendeckung für den Kampf um den Erhalt des Arber-Weltcups gab es inzwischen auch vom Landkreis Cham. Der dortige Kreistag hat, ähnlich wie der Kreistag von Regen und der Stadtrat von Zwiesel, eine Resolution verabschiedet mit der Forderung, die Entscheidung, den Arber nicht mehr für den Weltcup zu berücksichtigen, zurückzunehmen. Zur Begründung wird unter anderem auf die touristischen Effekte, die große Zuschauerbegeisterung, das mediale Interesse und den positiven Einfluss auf die Jugend sowie den Skisport allgemein verwiesen. Außerdem habe sich die FIS nach eigenen Angaben zu keiner Zeit gegen Weltcup-Rennen am Arber ausgesprochen.

Unterstützung signalisierte darüber hinaus auch Miriam Vogt, die Präsidentin des bayerischen Skiverbands BSV. Sie war von Brunner Anfang Juli zum Arbergipfelgespräch mit der Verabschiedung der „Vision Wintersport Bayerwald 2020" eingeladen worden. Danach bedankte sie sich ausdrücklich für dieses „Entwicklungskonzept zur Optimierung der Wintersportregion Bayerwald" und Brunners persönliches Engagement in dieser Sache. „Bei weiteren Anliegen" stehe sie gerne zur Verfügung, weil „eine harmonische und erfolgreiche Zusammenarbeit mit ihrer Region von großer Bedeutung" für den BSV sei. Und der Arber-Weltcup ist mit Sicherheit ein solches Anliegen!

Autor: pm

 

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