Wissensplattform Hochschulkooperationen der Europaregion Donau-Moldau mit ersten Projekten

Die Ideen fallen auf fruchtbaren Boden

Ressorts: Bayern, Schule und Studium, Tschechien, Ausbildung und Arbeitswelt, Gesellschaft, Region

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Hermann Höcherl

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Mittwoch, 19 Juni 2013 14:07

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Zu Beginn dieses Jahres waren zum ersten Mal 25 Vertreter von Universitäten und Hochschulen aus Bayern, Tschechien und Österreich an der Universität Passau zusammengekommen, um Visionen und Projektideen für eine gemeinsame Hochschulzusammenarbeit in der Europaregion Donau-Moldau (EDM) zu finden und zu entwickeln. Diese fielen auf fruchtbaren Boden und beweisen einmal mehr, wie notwendig dieser Zusammenschluss der Regionen aus drei Ländern ist und weiter sein wird. Erste Projekte wurden nun beim 2. Workshop an der Südböhmischen Universität Budweis vorgestellt.

 

20 Hochschulexperten aus den sieben Teilregionen der EDM einigten sich zudem auf die Schwerpunktthemen, die sie in den nächsten zwei Jahren gemeinsam anpacken wollen: Die Netzwerke zwischen den Hochschulen – von denen ja bereits so einige bestehen und funktionieren – sollen ausgebaut, gemeinsame Studiengänge in der Europaregion ermöglicht und der Austausch von Studierenden innerhalb der EDM gefördert werden. Die Hochschulen sollen sich gemeinsam dafür einsetzen, die Europaregion Donau-Moldau als gemeinsamen Forschungs- und Hochschulraum zu positionieren, um Forschen/Innen, Lehrende und Studierende zu gewinnen und, was nicht zuletzt für die Wirtschaft und die gesamte Infrastruktur von enormer Bedeutung ist, vor allem in der Region zu halten.

Erste Projektideen

Kathrin Altmann, die Projektmanagerin der Wissensplattform Hochschulkooperationen – hierfür zeichnen Niederbayern und Südböhmen in erster Linie gemäß der Aufgabenverteilung verantwortlich, zentrale Anlaufstelle ist die Euregio Bayerischer Wald-Böhmerwald – Unterer Inn – präsentierte die bisher eingebrachten Projektideen: „Wir freuen uns sehr darüber, dass unsere Experten entwickelt geworden sind und erste Projekte sowie Projektideen uns hier heute vorgestellt haben." Die Universität Passau und die Hochschule Budweis möchten eine interaktive, webbasierte Hochschullandkarte programmieren, damit für Studieninteressierte, Lehrende und die Öffentlichkeit auf einen Klick ersichtlich wird, welch reichhaltiges Studienangebot es in der Europaregion gibt.

Ing. Vilem Dostal von der Hochschule Deggendorf ist ein „alter Hase" in Sachen grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Er hat bereits mehrere >Kooperationsprojekte mit der Universität Pilsen durchgeführt, von denen r begeistert bei dem Treffen berichtete:" Für die Studierenden ist es eine tolle Erfahrung, das Nachbarland kennenzulernen und zu sehen, dass es auch dort junge Leute mit gleichen Interessen gibt. Die Studenten arbeiten beispielsweise gemeinsam an technischen Lösungen in der E-Mobilität für Gehbehinderte. Das schweißt zusammen und öffnet den Blick für die Möglichkeiten im Nachbarland." (Die BSZ berichtete schon vor geraumer Zeit über dieses grenzüberschreitende Projekt). Dostal warb bei dieser Gelegenheit um Projektpartner für ein weiteres Projekt zur Verbesserung der Mobilität für ältere und behinderte Menschen durch technische Lösungen.

Der übergreifende Ansatz

Pädagogik-Professor Gabriel Svejda von der Westböhmischen Universität Pilsen stellte der Expertenrunde mit seinen Projektideen sozusagen den „Überbau" für das Zusammenwachsen des Hochschulraumes Europaregion Donau-Moldau vor. Er ist vor allem an Begegnungen zwischen zwischen den Studenten, Hochschullehrern, aber auch den Lehrern an allgemeinbildenden Schulen – und das ist ein entscheidendes Bindeglied zur Praxis und realen Möglichkeiten – gelegen. Er schlug Sommerkurse und Sprachkurse vor und regte Hospitationen von Studenten, Lehrern und Hochschulpersonal in den Nachbarregionen an. Eine Ferienjob-Börse, Lehrgänge für gemeinsame Geschichte oder Zusammenarbeit der Bibliotheken würden ebenfalls Annäherung und ein Bewusstsein für den gemeinsamen Raum bringen.

Da die Europaregion selbst keine Projekte finanziert und durchführt, erhielten die Hochschulvertreter auch Informationen über die Förderprogramme der Europäischen Union, aus denen – wie bisher über die Euregiones – Unterstützung für grenzüberschreitende Projekte gewährt wird. Ulrike Jarosch von der Euregio Bayerischer Wald-Böhmerwald-Unterer Inn erklärte die Funktionsweise der so genannten Kleinprojektefonds, aus denen grenzüberschreitende Begegnungsprojekte gefördert werden können, wenn zwei Partner, beispielsweise aus Tschechien und Österreich, an einem gemeinsamen Projekt arbeiten.

Dr. Norbert Fröhlich vom Wissenschaftszentrum Straubing von die Wichtigkeit solcher Treffen hervor und als erster Schritt fand auf Anregung von Professor Dr. Jürgen Jerger, dem Prorektor für internationale Angelegenheiten der Universität Regensburg, ein Treffen der Prorektoren einiger Universitäten in der Europaregion gleich im Anschluss an die Veranstaltung statt. Die Wissensplattform Hochschulkooperationen tagt wieder im Herbst und will bis dahin weitere neue Vernetzungs- und Kooperationsprojekte in Angriff nehmen.

Informationen Unter Euregio Bayerischer Wald-Böhmerwald-Unterer Inn,Schlosssteig 1, 94078 Freyung, Frau Altmann.

 

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