Deutsch-Tschechischer Jugendrat besucht Junge Aktion

Ressorts: Bayern, Jugend, Gesellschaft, Region

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Donnerstag, 01 März 2012 01:30

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Am 28. Februar konnte die Junge Aktion der Ackermann-Gemeinde (JA) in München den Deutsch-Tschechischen Jugendrat, das wichtigste Gremium der jugendpolitischen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Tschechischen Republik, begrüßen. Der katholische Jugendverband präsentierte dabei seine praktische deutsch-tschechische Jugendarbeit und gab Empfehlungen für die Förderpolitik der Ministerien.

 

Der deutsche Vorsitzende des Jugendrats, Ministerialdirigent Dr. Joachim Golla vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, zeigte sich beeindruckt von den Begegnungsprojekten der Jungen Aktion. „Es ist ermutigend, dass junge Menschen ihre Freizeit für diese Kontakte und Aktivitäten opfern." Auch der tschechische Delegationsleiter Dr. Jindřich Fryč, Generaldirektor für internationale Beziehungen im tschechischen Ministerium für Schulwesen, Jugend und Sport, maß diesem Treffen bei der Jungen Aktion im Programm des dreitägigen Treffens der Jugendrates mit offiziellen Verhandlungen hohe Bedeutung bei. „Es ist eine große Bereicherung für den Jugendrat, dass wir eine konkrete Organisation kennenlernen können", so der tschechische Spitzenbeamte. Das Wirken von Junge Aktion und Ackermann-Gemeinde sei ihm schon viele Jahre bekannt. Besonders schätze Fryč die gute Zusammenarbeit der Jungen Aktion mit der tschechischen Bürgerinitiative Antikomplex.

Ein Schwerpunkt der Präsentation der Jungen Aktion war die deutsch-tschechische Kinder- und Jugendbegegnung „Plasto Fantasto". Seit fünfzehn Jahren findet dieses Projekt immer im August nahe der deutsch-tschechischen Grenze im Bayerischen Wald statt. Die 22-jährige Studentin Julia Insel, bereits mehrmals im Leitungsteam, weiß, dass interkulturelle Begegnungen bereits bei Kindern wichtigen Einfluss auf die weitere Entwicklung haben. Auch werden den Kindern und Jugendlichen bei „Plasto Fantasto" altersgerecht Themen vermittelt, so Insel, die in der Jungen Aktion München aktiv ist und selbst ein Jahr im Rahmen eines Freiwilligendienstes in Prag war. In den vergangenen Jahren wurden die Bedeutung der Demokratie ebenso behandelt wie beispielsweise die gemeinsame deutsch-tschechische Geschichte. Samuel Raz, 20-jähriger Student aus München und Mitglied im JA-Bundesvorstand, ging auf die deutsch-tschechische Spurensuche von Junge Aktion und Antikompelx ein. Sie sei eine gute Methode, wie Jugendliche und junge Erwachsene selbständig die schwierige und zum Teil schmerzhafte Geschichte entdecken können.

Dass das mitteleuropäische Miteinander für die Junge Aktion Alltag ist, zeigen auch die tschechischen und slowakischen Freiwilligen, die im Rahmen eines EU-Programms seit sechs Jahren jeweils für zwölf Monate im Büro der Jungen Aktion mitarbeiten. Marie Smolková hatte diese Aufgabe in den Jahren 2009/2010 inne und ist seit Oktober 2011 in der Bundesgeschäftstelle der Ackermann-Gemeinde angestellt. Die 26-jährige gebürtige Budweiserin konnte dem Jugendrat weitere zentrale Begegnungsprojekte wie die Politische Weiterbildungswoche an Ostern im Kloster Rohr, die jährlichen Sommerwochen in Tschechien bzw. Deutschland und die Silvesterbegegnungen vorstellen. Plakate und eine Computerpräsentation, diese hatte der derrzeitige Freiwillige Marek Hamráček aus der Slowakei vorbereitet, vermittelten authentische und lebendige Eindrücke.

Der Bundesgeschäftsführer der Ackermann-Gemeinde, Matthias Dörr, berichtete aus den Erfahrungen mit Förderungen von Maßnahmen durch den Kinder- und Jugendplan des Bundes. Wichtig seien flexible und unbürokratische Fördermöglichkeiten, um den aktuellen Anforderungen von Jugendarbeit gerecht zu werden, so Dörr. Die Mitglieder des Jugendrates zeigten sich offen für Anregungen und boten weitere Gespräche an.

Der Deutsch-Tschechischen Jugendrat besteht aus 14 Mitgliedern. Die Fachexperten aus dem Ministerium für Schulwesen, Jugend und Sport in Prag sowie aus den zuständigen deutschen Bundes- und Länderministerien gemeinsam mit Vertretern großer Verbände der Jugendarbeit arbeiten an der qualitativen und quantitativen Weiterentwicklung des deutsch-tschechischen Jugend- und Schüleraustausches. Seit dem Jahre 1997 wird die deutsch-tschechische Zusammenarbeit von den Koordinierungszentren „TANDEM" in Pilsen und Regensburg koordiniert.

 

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