Der „Lange Marsch“ aus dem Chodenland in die Oberpfalz.

Ressorts: Reiseberichte, Tschechien, Bayern, Hintergrund, Kultur, Heimat und Brauchtum, Hintergrund, Tourismus

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Autor

Karl W. Schubsky

DATUM

Samstag, 06 Oktober 2012 18:17

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Es waren ganz exakt die notwendigen Temperaturen, die während der Übergangsphase von Spätsommer in den Frühherbst herrschen, welche die große Zahl von deutschen und tschechischen Teilnehmern an der 20. Equipe-Wanderung zum Friedhof von Klenci pod Cerchovem gelockt hatte, wo sie sich am Ausgangspunkt der bereits traditionellen Veranstaltung, dem „namenlosen" Grab des Pfarrers und Schriftstellers J. S. Baar, zusammenfanden. Eingeladen zur Grenzwanderung hatte der Freundeskreis deutsch-tschechischer Verständigung, organisiert wurde sie wieder einmal von Jürgen Kögler aus Furth i. Wald, dessen Vater sie ins Leben gerufen hat. Der Sohn setzt die Tradition seit einigen Jahren fort. Aus Anlass des 20. Jahrestags dieser großen grenzübergreifenden Veranstaltung hatte Kögler zum Jubiläum am Jindrich Simon-Baar-Gymnasium in Domazlice/Taus einen Wettbewerb zur Gestaltung eines offiziellen Logos ausgeschrieben, an dem 29 Schüler im Alter zwischen elf und 15 Jahren teilnahmen. Sieger wurde Alex Königsmark und die Arbeiten aller am Wettbewerb teilnehmenden Schüler wurden im Further Kolpinghaus den Teilnehmern vorgestellt.

 

Zurück an den Friedhof von Klenci unterhalb des Cerchov, zu Deutsch auch „Schwarzkopf", dem Ausgangspunkt der 18 Kilometer langen Wanderung und zum Grab von J. S. Baar. Auf ihn geht die Equipe-Wanderung zurück. Dazu heißt es im „Informator", dem Rundbrief des „Freundeskreises deutsch-tschechischer Verständigung", Ausgabe 2/12: „Der Namensgeber der Domazlicer Oberschule hatte auch bei der Begründung unserer alljährlich stattfindenden Wanderung Pate gestanden. In seinem Roman ‚Lusy' schildert Jindrich Simon Baar einen Bittgang des Ehepaares Král von Klenci aus, wo der Schriftsteller Baar beheimatet war, zur Further Kreuzkirche ‚Zum Heiland auf der Rast'. Der Weg der Equipe-Wanderung folgt genau dieser im Roman mit vielen Einzelheiten geschilderten Pilgerstrecke, einem alten Verbindungsweg zwischen dem bayerischen und dem chodischen Kulturraum."

Jürgen Kögler vom Freundeskreis deutsch-tschechischer Verständigung, Sektion Furth i. Wald, begrüßte alle Teilnehmer, wobei sein besonderer Gruß dem Bürgermeister Karel Smutny aus Klenci, dem Leiter der Städtischen Wälder Domazlice, Forstdirektor Jan Benda, Pfarrer Libor Bucek, Pastoralpraktikant Sebastian Scherr, dem Vorsitzenden des Touristikclubs Domazlice, Petr Matejka, dem Vorsitzenden des Further Waldvereins, Walter Spieß, dem stellvertretenden Direktor des Gymnasiums Domazlice, Martin Jakubik, dem Vorsitzenden des Freundeskreises Furth im Wald-Domazlice, Hermann Plötz, dem Vorsitzenden des Freundeskreises Deutsch-Tschechischer Verständigung, Alois Hartl sowie dem Lions-Club Pilsen galt. Auch Bürgermeister Karel Smutny hieß die Teilnehmer in Klenci herzlich willkommen und dankte Jürgen Kögler für dessen Organisation.

Für den Freundeskreises deutsch-tschechischer Verständigung wünschte dessen Vorsitzender Alois Hartl allen Teilnehmern eine schöne Wanderung und viele interessante Gespräche. Bevor sich aber die Wanderer auf ihren Weg machten, sprachen sie am Grab von Jindrich Simon Baar in beiden Sprachen ein gemeinsames „Vater unser". Umrahmt wurde die kleine Einstimmung der Wanderer auf den „langen Marsch" vom Männergesangsverein „Haltravan", der, begleitet von einem Bockspieler, die Anwesenden mit dem Gesang chodischer Lieder erfreute.

Über Chodov und Pec erreichten die Wanderer, immer begleitet von der Bergwachtbereitschaft Furth im Wald, den „Oskar Kögler-Rastplatz", wo sie von Ingrid Heiduk und ihren Helfern sowie der tschechischen Familie Anderle schon erwartet wurden. Die fleißigen Helfer sorgten mitten im Wald für die Verköstigung der Wanderer und die Kapelle „Chodovanka" sorgte für die musikalische Unterhaltung. Alle teilnehmenden Wanderer erhielten eine Urkunde zur Erinnerung.

Nach der Ankunft der Wanderer in Furth im Wald zelebrierte Stadtpfarrer Richard Meier in der Kreuzkirche einen Gottesdienst. Anschließend traf man sich im Kolpinghaus wieder, wo es zur Stärkung einen Eintopf gab und auch die Kapelle „Melody Club" musikalische Unterhaltung bot. Alles in allem eine gelungene Veranstaltung. Sie zeigte wieder einmal, dass es hier zwischen deutschen und tschechischen Nachbarn bestens funktioniert.

 

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