Vorstellung des Managementplanes für das Natura-2000-Gebiet "Arber"

An einem Strang ziehen

Ressorts: Naturschutz, Umwelt

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Montag, 02 April 2012 12:33

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Natura 2000 ist ein europäisches Naturschutzprojekt - und zwar ein gigantisch großes, weil es von allen Mitgliedsstaaten (mit unterschiedlichen Standards) unterzeichnet und ausgeführt wurde. Das Ziel ist, ganz bestimmte Arten und Lebensräume auf Dauer in einem guten Zustand zu erhalten. Fünf Jahre sind seit der letzten Erhebung ins Land gezogen.

 

Inzwischen ist eine neuerliche Bewertung der Schutzgüter im Arbergebiet (2 322 Hektar Gesamtfläche) erfolgt, die am Mittwochabend vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im Hotel "Bayerwald" in Lam vorgestellt wurde. Die Vergabe von überwiegend A- und B-Noten ist zunächst sicherlich erfreulich, lässt aber keinen Zweifel daran, dass alle Beteiligten auch in Zukunft an einem Strang ziehen müssen, um einen weiteren Artenschwund zu stoppen.

Georg Stadler, der am AELF Regen für Natura 2000 zuständig ist, wies eingangs darauf hin, dass die FFH-Richtlinie heuer 20 Jahre alt wird. Der Umweltgipfel habe seinerzeit beschlossen, dass die biologische Vielfalt weltweit geschützt werden soll. Die europäische Vogelschutzrichtlinie ist 13 Jahre älter und stammt aus dem Jahr 1979, blieb aber zunächst nur in der Schublade. "1992 wurden beide Richtlinien unter dem Begriff Natura 2000 miteinander umgesetzt", blickte Stadler auf die Anfänge zurück.

Während in einem Naturschutzgebiet das gesamte Areal unter Schutz gestellt wird, sind es bei FFH-Gebieten nur ganz bestimmte Lebensräume und Arten. Am Arber sind es 19 Lebensraumtypen, drei FFH-Arten (Luchs, Mopsfledermaus und Hochmoorlaufkäfer) sowie zwölf Vogelarten.

96 Prozent dieses Gebietes sind Wald, für den die Forstverwaltung zuständig ist, für das restliche Offenland liege die Betreuung bei der Naturschutzverwaltung. "Die Schutzgüter dürfen sich nicht erheblich verschlechtern", informierte der Behördenvertreter über diese gesetzliche Regelung, die für alle verbindlich ist. Dieses Verschlechterungsverbot bedeutet nicht, dass die Grundstücksbesitzer nichts verändern dürfen beziehungsweise etwas verbessern müssen. Im Gegensatz zu dieser gesetzlichen Vorgabe sei der Managementplan nur für die Behörden verbindlich. Die Maßnahmen, die ein Grundeigentümer trifft, geschehen auf freiwilliger Basis.

 

Quelle(n)

Kötztinger Zeitung

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