Feiern wie anno 1431

Am Wochenende schnell mal ins Mittelalter

Ressorts: Feste, Kultur

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Donnerstag, 18 August 2011 13:05

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Es ist aus rauen, unbearbeiteten Holzbrettern mehr notdürftig als fein zusammengezimmert, das Tor, das Zeitreisen ermöglicht. Zu finden ist es ein paar Meter entfernt von der Eschlkamer Straße, einer der Hauptverkehrsadern der beschaulichen Kleinstadt Furth im Wald (Landkreis Cham). Wer dieses Tor durchschreitet, springt knapp 600 Jahre in der ostbayerischen Geschichte zurück. In die Zeit des Mittelalters. Nicht immer, jedoch am kommenden Wochenende, wenn es im Rahmen des Further Drachenstichs wieder heißt: Cave Gladium!

 

Hüte Dich vor dem Schwert! ­ Auf diesen Namen wurde vor neun Jahren ein gewagtes Projekt getauft, das mittlerweile zu einem der bekanntesten und wegen seiner Authentizität beliebtesten Mittelalterlager Deutschlands heranwuchs. Am dritten Wochenende im August lockt es alljährlich zwischen 20.000 und 30.000 Besucher an. Und nimmt sie mit in das Jahr 1431. Die kaiserlichen Ritter haben bei der böhmischen Stadt Taus (heute Domazlice) eine verheerende Niederlage einstecken müssen. Langsam sammelt sich das Heer wieder auf bayerischem Boden, in der Grenzstadt Furth im Wald. ­ Dieses historische Ereignis bildet nicht nur den Hintergrund für Deutschlands ältestes Volksschauspiel, den Drachenstich, sondern auch für das Mittelalterlager "Cave Gladium", das vom Verlagshaus Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung gesponsert wird.

Von Freitag bis einschließlich Sonntag erhalten die Besucher einen Einblick in das Leben in einem Feldlager im ausgehenden 15. Jahrhundert. Möglich machen dies in erster Linie über 1.000 so genannte "Lagernde". Gemeint sind Mittelalterfans aus ganz Deutschland, die bei solchen Treffen authentisch die Lebensweise in dieser Epoche darstellen. Und die teilen sie auch gerne mit Besuchern, die mehr wissen wollen über den Alltag der Ritter und Maiden. Den zweiten Schwerpunkt bilden die Turniere. An allen drei Tagen treten Schwertkämpfer gegeneinander an. Zwar sind die Waffen stumpf, die Regeln streng, dennoch gleichen die Duelle echten Kämpfen. Am Sonntagnachmittag werden dann die besten Schwertkämpfer gekürt. Weitere Höhepunkte sind das Bruchenball-Turnier am Samstag ab 16 Uhr und die große Feldschlacht am Sonntag um 11.15 Uhr auf einer Wiese neben dem Lager. Dabei gehen rund 200 Ritter in voller Rüstung aufeinander los.

Gemütlicher geht es dagegen im Markt-Bereich des Lagers zu - dem dritten Schwerpunkt. Vom großen Kaffeezelt über die Fischbraterei bis hin zum orientalischen Dörrobst-Händler findet sich ein breites Spektrum an kulinarischen Besonderheiten. Dies gilt auch für die Händler, die mittelalterliche Waffen, Kleidung, Schmuck und manch Kurioses anbieten. Und dazwischen finden sich Gaukler, Feuerschlucker und Geschichtenerzähler. Abendliche Höhepunkte sind Live-Konzerte: Am Freitag und Samstag sorgt je ab 22.30 Uhr zwischen Rauchschwaden und Lichtspielen die Band "Zwielicht" für mitreißenden Folk-Rock-Sound.

"Die Welt des Mittelalters mit allen Sinnen erleben ­ das ist unser Ziel", betont Jürgen Friedl, einer der Organisatoren des "Cave Gladium". Und darauf arbeiten sie das ganze Jahr hin, damit er am dritten August-Wochenende gelingt, der Zeitsprung zurück ins Jahr 1431 ­ durch das aus rauen Holzbrettern gezimmerte Tor an der Eschlkamer Straße in Furth im Wald.

 

Quelle(n)

idowa

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