Die „Katakomben“ - das Museum unter der Jesuitenkirche im böhmischen Klattau/Klatovy

Dienstag, 19 April 2016 – Klatovy Hermann Höcherl

Dezentes Erschaudern unter der Jesuitenkirche

„Der Tod gehört zum Leben wie auch der Glaube an ein ewiges Leben. Daran sollten wir immer denken, nicht nur in der Zeit vor Ostern." Das sagt Sarka Lesna, die uns durch ihre Stadt führt. 37 Jahre war sie als Lehrerin für Deutsch und Russisch am Klattauer Gymnasium tätig. Wie 2. Bürgermeister Ing. Vaclav Chroust, der Vorsitzende des rührigen und erfolgreichen Bürgervereins, ist sie begeistert von ihrer Heimat. „Auch wenn viele Menschen aus den grenznahen Regionen Bayerns Klattau schon gesehen haben – es gibt immer wieder Neues zu sehen und auch Bekanntes kann neue Empfindungen wecken." Nicht nur durch die Kirchen, von der Gotik zum Barock, die Bürgerhäuser der Renaissance, den „Schwarzen Turm", die barocke Apotheke „Zum weißen Einhorn", UNESCO-Weltkulturerbe, PASK, den Pavillon mit altem und modernem böhmischen Glas, ist Klatovy, auch die „Stadt der Nelken" genannt, berühmt. Zu einer der herausragenden Sehenswürdigkeit der Stadt, an der Kreuzung von zwei uralten Handelswegen gelegen, hat sich das nun „Katakomben"genannte Museum in der Krypta der Jesuitenkirche mit den 38 Mumien entwickelt, die dort in den Gewölben in ihren Särgen liegen. Integriert wurde auch bei der aufwändigen Renovierung und mit neuester multimedialer Technik im Jahre 2011 eine Ausstellung über das segensreiche Leben und Wirken der Jesuiten in Stadt und Umland.

 

„Jüdische Spuren im bayerisch-böhmischen Grenzgebiet“

Freitag, 18 März 2016

Ein knappes Jahr musste sich der Leiter des Regionalmuseums in Komotau, Ing. Stanislav Ded, beinahe gedulden, bis die Ausstellung „Jüdische Spuren im bayerisch-böhmischen Grenzgebiet" des Vereins „Europa in der Region e.V." vom vorherigen Standort in Prag nach Komotau überführt werden konnte. Den Transport übernahmen zwei ihrer „Macher", Irena Rerichovà und Karl W. Schubsky, die sie in den Räumlichkeiten des Regionalmuseums in Komotau aufbauten und am 5. März 2016 im Rahmen einer Vernissage auch eröffneten. Die Begrüßung der zahlreichen Anwesenden, darunter auch Mitglieder der deutschen Minderheit in Komotau, oblag dem Museumsleiter Stanislav Ded, der sich auch sehr um die Geschichte der Deutschen im Kreis Komotau und deren Denkmäler bemüht. - Als Übersetzungshilfe war auch Museumsmitarbeiter Honza Hirsch mit dabei, der aber nur gelegentlich zum Einsatz kam, da Karl W. Schubsky's Kenntnisse des Tschechischen sich als ausreichend erwiesen.

 

Den europäischen Gedanken leben

Dienstag, 09 Februar 2016

Die Zusammenarbeit in der Region Bayern, Böhmen und Österreich, die Stärkung der Region und die Umsetzung des europäischen Gedankens stehen im Mittelpunkt der trilateral tätigen Arbeitsgemeinschaft Europaregion Donau-Moldau (EDM). In einem feierlichen Akt übergab der Pilsener Vizehauptmann Ivo Grüner vergangenen Freitag im Rahmen der EDM-Präsidiumssitzung die Federführung für das Jahr 2016 an die niederösterreichische Landesrätin Barbara Schwarz. Nun leitet Niederösterreich für ein Jahr die Geschicke der trinationalen Arbeitsgemeinschaft. 2017 wird Niederbayern den Vorsitz übernehmen.

 

Ausstellung im Rathaus: Waidhauser Grenzgeschichte(n)

Mittwoch, 20 Januar 2016

Der seit dem Jahre 2006 bestehende Heimatkundliche Arbeitskreis Waidhaus e. V. nimmt sich seit seiner Gründung in immer wieder neuen Ausstellungen Themen aus der Marktgeschichte an. - Der an der bayerisch-böhmischen Grenze gelegene Markt Waidaus mit seinem Grenzübergang zum westböhmischen Roßhaupt hat im Rahmen seiner Geschichte viel zu bieten.

 

Nachruf für Horst Löffler

Donnerstag, 14 Januar 2016

Eigentlich stammte er aus Oberplan im Böhmerwald, wo er am 10.3.1940 geboren wurde und von wo er auch 1945 mit seiner ganzen Familie in Richtung Bayern ausgetrieben wurde und er denn im Bayerischen Wald aufgewachsen ist. Horst Löffler, der sich in seinem Geburtsort Oberplan (Horní Planá) und weit darüber hinaus viele Jahre lang mit viel Engagement für die Belange der deutschen Minderheit in Tschechien eingesetzt hatte, verstarb am 19. Dezember im Alter von 75 Jahren in seiner zweiten Heimat Stuttgart.

 

Pilsen verabschiedet sich vom Titel Kulturhauptstadt Europas 2015 und zieht Bilanz

Samstag, 05 Dezember 2015

Schon nächste Woche wird das Programm der Kulturhauptstadt Europas, das elf Monate und mit den aufwändigen Vorbereitungen insgesamt rund sieben Jahre gedauert hat, abgeschlossen. Es haben sich an ihm Hunderte Mitwirkende, örtliche und ausländische Partner und Institutionen beteiligt. Es hat Hunderttausende Touristen in die Stadt gebracht. Die renommierte europäische Marke, um die eine Reihe von Städten mit mehrjährigem Vorsprung ringt, hat die erwarteten positiven Effekte gebracht: den Anstieg der Besucherzahl, die Öffentlichkeitswirksamkeit und Attraktivierung von Pilsen als einer Stadt zum Leben, für den Tourismus und die Unternehmenstätigkeit sowie eine Belebung des kulturellen Potenzials vieler Orte und einbezogener Organisationen.

 

Achte „Marienbader Gespräche“

Samstag, 21 November 2015

Augenmerk muss auch der Donauraum-Strategie gelten

Rund 200 Vertreter von Unternehmen, Behörden und Institutionen aus Ostbayern, Österreich, Tschechien, der Slowakei und Ungarns tauschten sich vergangene Woche im tschechischen Marienbad bei den nunmehr achten „Marienbader Gesprächen" über die Positionierung eines gemeinsamen Wirtschaftsraums zwischen den Metropolen München, Nürnberg, Prag und Wien aus. Eindringlich wiesen der Organisator des bewährten Gesprächsforums, der Leiter der Außenwirtschaftsabteilung in der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, Ludwig Rechenmacher und deren Präsident Dr. Georg Haber auch auf die vielfältigen Aktivitäten hin, die im Bereich der EU-Donauraum-Strategie vorrangig unter österreichischer Regie am Laufen sind. Hier müssten sowohl die Europaregion Donau-Moldau als auch die Euregiones in die Planungen und Vorhaben eingebunden werden, sich einbringen, wie es die Handwerkskammer im Sinne der Betriebe bereits konkret angeht. Aber auch die Politik sei gefordert, ein stärkeres Augenmerk darauf zu richten und zu handeln.

 

Neue Perspektiven für innovative Kleinstadtentwicklung im Grenzraum

Freitag, 30 Oktober 2015

Zu einer ersten Zusammenkunft begrüßte Dr. Olaf Heinrich, niederbayerischer Bezirkstagspräsident und Vorsitzender der Europaregion Donau-Moldau, den neuen Vorsitzenden des Verbands der Städte und Gemeinden des Bezirks Südböhmen (SMOJK) sowie Bürgermeister der Stadt Tábor, Jiří Fišer, in der Innenstadt von Budweis. An dem Treffen nahmen außerdem Vertreter der Europaregion Donau-Moldau mit EUREGIO-Geschäftsführer Kaspar Sammer sowie der zweite Vorsitzende des SMOJK Karel Matějka teil. Das Ziel des Gesprächs war, den SMOJK von den enormen Vorteilen einer klaren Profilierung grenznaher Städte und Gemeinden zu überzeugen und ihn für ein innovatives Projekt zur grenzüberschreitenden Regionalentwicklung zu gewinnen.

 

Verbesserung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit

Dienstag, 13 Oktober 2015

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, Vorsitzender des „Europaregion Donau Moldau e. V." in Niederbayern, traf sich vor kurzem zusammen mit einer Delegation der Freyunger Geschäftsstelle der Europaregion Donau Moldau und Euregio mit Jiři Zimola, Kreishauptmann der Region Südböhmen (Republik Tschechien), in Budweis zu einem Gedankenaustausch zur Erweiterung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit und Verbesserung der Regionalentwicklung.

 

Fachkräftesicherung einmal anders

Dienstag, 13 Oktober 2015

Die St. Bartholomäus-Kathedrale bot als architektonisches Denkmal die passende Kulisse: auf dem Pilsener Platz der Republik begeisterten am vergangenen Wochenende das „F1 in schools"-Team BSZ-Racing des Berufsschulzentrums Wiesau und die Fakultät für Maschinenbau der Universität Pilsen gemeinsam Schüler und angehende Studenten mit Rennwagenmodellen und einem echten Boliden für Technik und Forschung. Die zuständigen Lehrkräfte des Berufsschulzentrums, StR Andreas Büttner, OStR Hartmut Seidler, Fachlehrer Manfred Sladky und OStR Wolfgang Prebeck, hatten hierfür eigens ihre 24 Meter lange Rennbahn samt Teambox und technischer Ausrüstung zu den „Tagen der Wissenschaft" nach Pilsen gebracht.

 

Pflege der jüdischen Kulturgeschichte in Böhmen und Bayern

Samstag, 19 September 2015

Ein deutsch-tschechisches Seminar in den Räumen des Adalbert-Stifter-Zentrums in Oberplan in Südböhmen. Zum Seminarprogramm gehörten die Filmvorführung „Das Schicksal der jüdischen Bevölkerung im Böhmerwald und im Bayerischen Wald", eine Exkursion nach Rosenberg a. d. Moldau und die Eröffnung einer deutsch-tschechischen Ausstellung.

Zu einem besonderen Seminar hatten Dr. Zuzana Finger, die Heimatpflegerin der Sudetendeutschen, und Ing. Jakub Ded von Omnium z. s. dieses Mal nach Oberplan im Böhmerwald eingeladen. Es ergab sich, dass ihr deutsch-tschechisches Seminar gerade an zwei spätsommerlichen Frühherbsttagen kurz vor dem jüdischen Neujahrsfest – Rosch Haschana – im September stattfand. Verschiedene Referenten und Aktivisten stellten ihre oft ganz speziellen Projekte im Rahmen ihrer Auseinandersetzung und Behandlung der über 1000jährigen Geschichte jüdischer Geschichte und Kultur in Bayern und Böhmen vor, alles eben, was unter Pflege jüdischer Kulturgeschichte läuft. Dabei wurde auch klar, wie sensibel der Umgang damit ist und dass man damit in Bayern zum Teil anders Umgangen umgegangen ist, aber auch in der Tschechischen Republik inzwischen neue und bessere Wege gegangen werden! – Eines ist aber ganz ersichtlich, dass der Umgang mit jüdischen Kulturdenkmälern am Beispiel der Judenfriedhöfe in manchen Landesteilen, besonders aber in den Grenzgebiet (siehe z. B. Eger, Franzensbad, Eidlitz oder Staab) schwer im Argen liegt, besonders dort, wo die Anlagen der jüdischen Gemeinschaft weggenommen worden sind.

 

Edler Rahmen für Gespräche um handfeste Ziele

Montag, 24 August 2015

Drei Jahrzehnte war er als Abgeordneter für den Raum Passau und Niederbayern im Bayerischen Landtag, nun strahlt Konrad Kobler MdL a. D. über das ganze Gesicht. Viele Jahre hatte er zusammen mit Kollegen vor allem aus dem bayerischen Grenzland, denen er eine besondere Sensibilität bezüglich des bayerisch-tschechischen Verhältnisses bescheinigt, für eine Repräsentanz im Nachbarland, in der Hauptstadt Prag, gekämpft und lange Zeit herbe Enttäuschungen erleben müssen. Ministerpräsident Horst Seehofer war es vorbehalten, mit seinem ersten Besuch vor vier Jahren das Eis zu brechen – und dann ging alles sehr schnell. Gegenbesuch und weitere Reisen ließen nicht lange auf sich warten. Nun steht er vor dem Palais Chotek, auch „Haus zur goldenen Melone" genannt, in der Michalska-Straße, nahe dem Altstädter Ring, im Herzen von Prag. Auf dem Balkon des Hauses weht die weiß-blaue bayerische Fahne. Konrad Kobler, auch Vorsitzender der Europa-Union Niederbayern und des Vereins „Europa in der Region e. V." wird von Dr. Hannes Lachmann, dem Leiter der Repräsentanz, der Europaministerin Beate Merk, die Hausherrin, in Prag vertritt, erwartet. Doch das, was die führenden Politiker beider Länder erst in den letzten Jahren in Sachen Gemeinsamkeit real zustande brachten, ist vor allem in der Wirtschaft längst zur Normalität geworden. Auch Kommunen entlang der Grenze, Kirchen, Schulen und Vereine suchten und fanden schon lange den Weg zu gemeinsamen Projekten zusammen mit den Euregiones und einem selbstverständlichen, guten Umgang miteinander.

 

Egerlandtag erstmals mit Jung und Alt

Donnerstag, 30 Juli 2015

Der 26. Egerlandtag in Marktredwitz stand unter dem Motto"Heimat Egerland – die Zukunft gemeinsam gestalten." Es waren ganz besondere Festtage , denn erstmals wurde in Marktredwitz auch das nunmehr 45. Bundestreffen der Egerländer Jugend abgehalten mit viel Musik und Tanz. Bundevüarstaiha Alfred Baumgartner begrüßte zahleiche Gäste aus Politik und Gesellschaft, besonders Bernd Posselt als Sprecher der sudetendeutschen Volksgruppe und den Festredner, Staatsekretär Johannes Hintersberger. Ihm galt der Dank für die Förderung des ersten Bauabschnittes der Renovierung des Egerland-Kulturhauses. Hintersberger dankte in seiner Rede den Egerländern für „gelebte Heimatliebe und Familiensinn." Besonders beeindruckt zeigte er sich von der großen Zahl der Jung-Egerländer, die mit 125 Mitgliedern vertreten waren.

 

Gemeinsam gegen bürokratische Hürden

Dienstag, 16 Juni 2015

Bild zur Vertragsunterzeichnung: sitzend Ing. Jaroslav Tachovsky und Helmut Vogl, stehend v. l. die Bürgermeister Michal Snebergr und Charlie Bauer, Landrat Sebastian Gruber, Minister Helmut Brunner und Landrat Michael Adam. (Foto: Höcherl)

Als bayernweit einmalig bezeichnete am vergangenen Freitag bei der Unterzeichnung des entsprechenden Vertrages Landwirtschaftsminister Helmut Brunner die künftige Zusammenarbeit zwischen der im August letzten Jahres gegründeten „Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) Nationalpark Gemeinden" und der tschechischen „Mikroregion Sumava-zapad" um die Stadt Zelezna Ruda. Durch die unmittelbare Nachbarschaft von Bayerisch Eisenstein und Zelezna Ruda direkt an der Grenze seien die beiden Kommunen geradezu prädestiniert dazu, Probleme und Herausforderungen, die aus ihrer Grenzlage resultieren, gemeinsam anzugehen. Mit ihnen tun dies weitere 17 Gemeinden auf beiden Seiten nahe der Grenze. „Es geht in erster Linie um gemeinsame Daseinsvorsorge", betonte eindringlich dann der Bürgermeister von Bayerisch Eisenstein, Charlie Bauer.

 

Kulturblick nach West- und Südböhmen

Mittwoch, 03 Juni 2015

Pilsner Region

Das Kleine Theater Kyogen & Shigeyama Shime stellt am Freitag, 05.06. um 19:00 Uhr im Städtischen Bürgerhaus und am Samstag, 06.06. um 19:00 Uhr im Theater Alfa das japanische Kyogen vor. Das japanische Kyogen stellt eine komische Theaterform dar, die ihre Blüte Mitte des 14. Jahrhunderts erreichte und in ununterbrochener Tradition bis heute fortgeführt wird. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Festivals Japanfest 2015 statt.

Am Freitag, 05.06. wird die Internationale Bonsai- und Suisekiausstellung im Städtischen Bürgerhaus in Pilsen eröffnet. Bestandteile der Ausstellung sind ein Wettbewerb für junge Talente, Filmvorführungen, Werkstätten und Vorführungen der Bonsai-Gestaltung, Vorträge und geführte Rundgänge.

Beim Festival des neuen Zirkus Jonglobalisation 2015 treten am Samstag, 06.06. ab 11:00 Uhr im Borský park MusikerInnen, AkrobatInnen und JongleurInnen aus der ganzen Tschechischen Republik und dem Ausland auf. Die BesucherInnen erwartet ein Tag voll spannender Workshops, Gewinnspielen, Auftritten und Konzerten für Klein und Groß.

Noch bis zum Sonntag, 07.06. ist die Ausstellung Ein Ort Zwei Wege in der Galerie Klatovy/Klenová zu sehen. Es handelt sich um eine gemeinsame Ausstellung der Malerin und Grafikerin Miroslava Zychová und ihres Lebenspartners des Malers und Fotografen Bohumír Komínek.

Die Freunde der klassischen Musik können am 08.06. um 19:00 Uhr im Dom St. Bartholomäus in Pilsen das Konzert Pilsner Orgelfest - Aleš Nosek besuchen. Diesmal werden Werke von Johann Sebastian Bach, Josef Gabriel Rheinberger, Sigfrid Karg-Elert und Max Reger zu hören.

 

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